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Lüftungsanlagen: Mit hohem Komfort zur notwendigen Frischluft

Lüftungsanlagen stellen die notwendige Zufuhr an Frischluft in den Wohnräumen sicher und sind damit komfortabler als auf gewohnte Art die Fenster mehrmals täglich von Hand zu öffnen. Denn je dichter ein Gebäude ist, umso schwieriger wird es, mit möglichst geringen Energieverlusten und ohne technische Hilfe ein gutes Raumklima zu erhalten. Vor allem bei Energiesparhäusern kann durch "falsche" Lüftung der Lüftungswärmeverlust den größten Energieverbrauch ausmachen oder bei zu geringer Lüftung eine zu hohe Raumluftfeuchtigkeit entstehen.

In Skandinavien haben sich aus diesem Grund schon seit langem Anlagen zur kontrollierten Lüftung durchgesetzt. Diese Anlagen gewährleisten einen hohen Komfort und helfen, Bauschäden zu vermeiden. Außerdem können sie u.a. vor Polleneintrag und Außenlärm schützen - ebenfalls wichtige Kriterien für eine kontrollierte Lüftung der Wohnung.

In einigen Fällen von Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen in bestehenden Gebäuden kann eine Lüftungsanlage neben Verbesserung der Wärmedämmung zur Problemlösung beitragen.

Einfache Abluftsysteme
Weit verbreitet sind einfache Abluftsysteme: Ein zentraler Ventilator saugt über kurze Luftkanäle die belastete Luft aus Küche, Bad und WC ab. Frische Luft strömt über einstellbare Ventile in den Außenwänden oder Fensterrahmen der Wohn- und Schlafräume nach, vorausgesetzt, die Gebäudehülle ist ausreichend dicht und weist keine unkontrollierten Leckagen auf. Die Luft gelangt durch den vergrößerten Bodenabstand der Innentüren oder spezielle Überströmöffnungen in die Flure und schließlich in Küche, Bad und WC. Die notwendigen Luftmengen sind so gering, dass es nicht zu unangenehmen Zugerscheinungen und Gebläserauschen kommt. Außerdem können nach wie vor auch die Fenster geöffnet werden.

Schematische Darstellung einer Lüftungsanlage mit Abluftventilator


Lüftungsanlage mit Abluftventilator (ohne Wärmerückgewinnung)
    Legende:
  1. Abluft-Öffnungen in Bädern und Küchen
  2. Zuluft-Öffnungen mit Filter für Wohn- und Schlafräume in der Außenwand
  3. Ventilator


Die Leistung des Abluftventilators kann an einem Stufenschalter (beispielsweise im Eingangsbereich, innen neben der Haustür) je nach Bedarf eingestellt werden. Die Ventile werden nach Bedarf beim Verlassen der Räume von Hand geschlossen. Im Handel finden Sie auch Abluftsysteme, deren Ventile sich selbständig je nach Luftfeuchtigkeit mehr oder weniger öffnen, und die damit "merken", ob ein Raum benutzt wird.

Durch den Einbau von einfachen Abluftsystemen verbessert sich in erster Linie die Luftqualität. Damit erfolgt die Lüftung kontrolliert, und im Vergleich zur manuellen Fensterlüftung ist vielfach auch mit einer deutlichen Verringerung der Lüftungswärmeverluste zu rechnen. Abluftanlagen kosten im Einfamilienhaus je nach den baulichen Gegebenheiten etwa 2.500 bis 3.000 Euro.

Abluftsysteme mit Wärmerückgewinnung
Der Gedanke liegt nahe, die in der Abluft enthaltene Wärme zur Vorerwärmung der Zuluft zu nutzen. Dies geschieht bei Anlagen mit Wärmerückgewinnung. Sie sind aufwändiger und teurer (circa 7.000 Euro im Einfamilienhaus) als die einfachen Abluftsysteme, da sie ein umfangreiches Luftkanalsystem und ein Zentralgerät mit Wärmetauscher und/oder Wärmepumpe und zwei Ventilatoren benötigen. Auch an die Dichtigkeit des Hauses werden hohe Anforderungen gestellt, die in der Praxis nicht ohne Kontrollmessung und häufig nicht ohne Nachbesserung erfüllt werden. Denn nur unter der Voraussetzung einer wind- und luftdichten Gebäudehülle erbringen diese Systeme Energieeinsparungen.

Schematische Darstellung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

    Legende:
  1. Abluft-Öffnungen in WC, Bädern und Küchen
  2. Zuluft-Öffnungen der Zuluftkanäle
  3. Ventilator
  4. Wärmetauscher mit zentralem Filter für die Zuluft

Anlagen mit Wärmerückgewinnung können auch dezentral im Gebäude eingesetzt werden:
  • eine Anlage je Wohnung (circa 4.000 Euro)
  • ein Anlage im Raum (ca. 1.500 Euro).
Die einfachere Rohrleitungsführung ist insbesondere bei Gebäudemodernisierungen vorteilhaft. Auch der Schallschutz zwischen den Wohnungen ist einfacher zu realisieren.

Anlagen mit Wärmerückgewinnung sollten sorgfältig geplant werden, damit die zurückgewonnene Wärme nicht durch den erhöhten Stromverbrauch (zwei Ventilatoren!)oder den Betrieb der Wärmepumpe wieder "aufgefressen" wird. Die Mehrkosten gegenüber einer reinen Abluftanlage (wie oben beschrieben) werden durch den geringeren Brennstoffverbrauch zwar in den Kosten nicht aufgewogen, aber eine gut geplante Wärmerückgewinnungsanlage trägt zur Umweltentlastung und vor allem zur Feuchteprävention bei. Für hohe Anforderungen an die Luftqualität kann ein zentraler, leicht wechselbarer Filter entscheidend sein.

Zu- und Abluftanlagen können - evtl. in Verbindung mit einem Erdreich-Wärmetauscher - auch zur Kühlung eines Gebäudes gegen sommerliche Überhitzung eingesetzt werden.

Wärmerückgewinnung mit Wärmepumpe
Bei dieser Variante der Abluftanlage wird die Abluft vor der Ableitung ins Freie mit Hilfe einer Wärmepumpe abgekühlt. Die Zuluft wird wie bei der einfachen Abluftanlage von außen dezentral in Wohn- und Schlafräume geführt. Die durch die Wärmepumpe gewonnene Wärme wird vorrangig zur Trinkwassererwärmung genutzt, Überschüsse gehen u. U. ins Heizungssystem. Im Zentralgerät befindet sich außerdem ein Elektro- oder Gasheizeinsatz zur Deckung des restlichen Heizbedarfs. Beim Gasgerät wird das Abgas gemeinsam mit der Abluft abgekühlt, so dass es zu einem zusätzlichen Wärmegewinn durch Brennwert -Nutzung kommt.

Planung
Jede Anlage zur kontrollierten Lüftung muss frühzeitig in den Planungsentwurf für das Gebäude integriert werden. Wichtig ist, die Abluftzonen (Bad, WC, Küche) innerhalb des Gebäudes möglichst kompakt anzuordnen, um zusätzliche Steigleitungen oder eine aufwendige horizontale Leitungsführung zu vermeiden. Damit verringert sich zum einen der Material- und Kostenaufwand, zum anderen wirkt sich dies positiv auf den energetischen Wirkungsgrad der Anlage aus.

Um einen sinnvollen und energiesparenden Umgang mit der kontrollierten Lüftung zu gewährleisten, müssen die Bewohner sehr eingehend über die Funktion und Betriebsweise der Anlage informiert werden. Für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung kann es Fördermittel geben.

Eine erste Orientierung bietet der Ratgeber "Lüften", den die Verbraucherzentrale NRW gemeinsam mit dem Fachverband Sanitär-Heizung-Klima NRW herausgegeben hat. Auf 20 Seiten wird kurz und knapp dargestellt, wie sich mit richtiger Luft das Raumklima verbessern lässt, welche manuellen Kniffe bzw. maschinellen Systeme hierbei gute Dienste leisten und wie hoch die erforderlichen Investitions- und Betriebskosten für technische Lösungen sind. Der kostenlose Ratgeber ist in allen örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW oder als Download hier erhältlich.
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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-nrw.de/link1017181A.html