- Feuchtigkeit weglüften: In jedem Haushalt wird in großen Mengen Wasserdampf produziert und von der Luft aufgenommen, in einem Drei-Personen-Haushalt können pro Tag zwischen sechs und 14 Liter Wasser freigesetzt werden. Diese Feuchtigkeit bietet einen idealen Nährboden für Schimmelpilze, wenn sie nicht weggelüftet wird, sondern sich an den kühlen Flächen der Wohnung niederschlägt. Mehrmals täglich für einige Minuten bei ganz geöffnetem Fenster zu lüften, sodass Durchzug entsteht und die Luft schnell ausgetauscht wird, ist deshalb ein Muss. Dauerlüftung durch Kippen des Fensters ist dafür kein Ersatz, sondern schafft noch zusätzliche Probleme. Denn rund ums Fenster kühlen die Wände aus und können schimmeln – von erhöhten Heizkosten ganz zu schweigen. Wenn nach dem Duschen, Baden oder durch das Kochen größere Dampfmengen entstanden sind, wird am besten sofort gelüftet. Ein einfaches elektronisches Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit zu ermitteln: Zeigt es mehr als 6O Prozent relative Luftfeuchtigkeit, sollte unbedingt gelüftet werden.
- Richtiges Heizen: Damit Pilzen und Sporen der Einzug verwehrt wird, ist eine Raumtemperatur in Wohnräumen zwischen 19 und 21 Grad Celsius empfehlenswert. Gleichmäßiges Heizen ist wichtig, der Temperaturunterschied zwischen den Räumen sollte nicht mehr als 5 Grad Celsius betragen. Kühlere Räume wie zum Beispiel das unbeheizte Schlafzimmer sind wie ein Kühlschrank zu behandeln: Die Tür zu wärmeren Räumen ist tagsüber geschlossen zu halten. Beim Verlassen der Wohnung sollte die Heizung nicht abgestellt, sondern nur um etwa 2 bis 3 Grad Celsius abgesenkt werden.
- Richtige Materialwahl bei Wandanstrichen und Innenausstattung: Acryl- und Latexfarben sowie versiegelte Oberflächen von Möbeln nehmen keinen Wasserdampf auf und erhöhen daher das Risiko, dass die Feuchtigkeit auf kalten Oberflächen kondensiert. Möglichst diffusionsoffene Anstriche und Materialien sind deshalb empfehlenswerte "Untermieter".
- Dämmung der Außenbauteile durch Haus- und Wohnungseigentümer: Vor allem in der kalten Jahreszeit sind schlecht gedämmte Außenbauteile ein wahrer Anziehungspunkt für Pilze und Sporen. Denn wenn sich die Feuchtigkeit an den kalten Außenwänden niederschlägt, finden sie hier idealen Nährboden. Dunkle Flecken an Wohnungswänden und Zimmerecken trotz ausreichender Beheizung und Lüftung sind dann die Folgen der unzureichenden Wärmedämmung. Hier hilft auf Dauer nur, dass Haus- und Wohnungseigentümer eine Instandsetzung mit fachgerechter Wärmedämmung vornehmen. Denn die hebt die raumseitigen Wandtemperaturen und senkt damit auch das Schimmelrisiko.
Wenn Sie Probleme mit Schimmel in der Wohnung haben, bieten wir Ihnen in der Verbraucherzentrale in Minden kostenlose Beratung und Information. Dort kann auch das Faltblatt "Gesundes Wohnen - ohne Feuchtigkeit und Schimmel" abgeholt werden. Außerdem können Sie sich für einen Zeitraum von drei Wochen ein Hygrometer gratis ausleihen. Bitte setzen Sie sich telefonisch unter (0571) 2 83 30 oder per E-Mail an minden.umwelt@vz-nrw.de mit uns in Verbindung.
