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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

28.03.2006
Mietwagen-Preischeck in 13 südeuropäischen Urlaubshochburgen Web-Suchmaschinen hängten Autoverleiher oft deutlich ab

Viele Pauschalreiseveranstalter bieten Kunden an, den Urlaubsmietwagen direkt mitzubuchen. Doch fast immer finden sich deutlich günstigere Alternativen im Internet. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) hat die Preise in 13 südeuropäischen Urlaubshochburgen gecheckt.

Die wahre Unabhängigkeit beginnt für viele Pauschalurlauber erst, wenn sie am Zielflughafen in den Mietwagen steigen. Ein Service, der bereits in der Heimat per Katalog mitgebucht werden kann. Wie teuer diese Leistung im Vergleich zu den Spezialanbietern kommt, hat das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in 13 südeuropäischen Touristenorten untersucht. Die Düsseldorfer Konsumentenschützer holten dazu die Preise auf den deutschen und internationalen Webseiten der Autovermieter Avis, Budget, Europcar, Hertz und Sixt ein, befragten zusätzlich zwei Internet-Suchmaschinen für Mietwagen und verglichen die Ergebnisse mit den Offerten der Reiseveranstalter Alltours, Jahn Reisen, Neckermann, Thomas Cook und TUI.

Ein wichtiges Ergebnis vorweg: Die Mietwagen-Preise in den Urlaubsregionen schwankten erheblich. Während das einwöchige mobile Vergnügen in Malaga ab 128 Euro zu buchen war, kostete der billigste Mietwagen in Florenz rund 100 Euro mehr. Zudem gilt: Der Preisvergleich lohnt. Zumeist nämlich verlangten die teuersten Anbieter im Test mehr als das Doppelte gegenüber dem preiswertesten Angebot am Ort.

Zum Branchenvergleich: Die Preise aus den Reisekatalogen ließen sich in der Regel problemlos unterbieten. Lediglich auf Mallorca schaffte es Alltours auf den Schnäppchen-Thron. Im Schnitt jedoch lagen die Katalog-Mietwagen ein gutes Drittel über den günstigsten Angeboten. Für die Wochen-Miete macht das gut 70 Euro aus. Im schlechtesten Fall (Sardinien) zahlten Pauschalurlauber gar 242 Euro drauf. Dafür gibt´s oftmals schon eine Verlängerungswoche im Hotel.

Immerhin rechtlich können die Veranstalter punkten. Wer Flug und Auto aus einer Hand bucht, steht unter dem Schutz des Pauschalreise-Rechts: In diesem Fall gibt es nicht nur eine Absicherung gegen eine Insolvenz des Veranstalters; auch Streitigkeiten werden vor hiesigen Gerichten und nicht im Ausland geregelt. Uneinheitlich präsentierten sich die großen Autovermieter. Gleich an sechs der getesteten Urlaubsorte fuhren sie an die Spitze. Davon je dreimal die Holiday Cars von Sixt („www.e-sixt. com”) sowie Europcar. Während die Sixt-Modelle an allen Orten insgesamt preislich überzeugten, zeigte sich Europcar allein in Griechenland als Euro-Champion.

Mit Ausnahme von Sixt fuhren die Autovermieter im Durchschnitt sogar den Angeboten der Reiseveranstalter preislich weit hinterher. Wer bei den Spezialisten blind buchte, musste beispielsweise in Italien gegenüber dem Bestpreis vor Ort bis zu 300 Euro mehr berappen. Die insgesamt besten Offerten spuckten „billiger-mietwagen. de“ und „mietwagenmarkt.de“ aus. Die beiden Suchmaschinen eroberten an sechs der 13 Reiseziele die Pool-Position und lieferten auch an den anderen Ferienorten überaus passable Ergebnisse. Vorteil der Web-Spürnasen: Sie vergleichen auch regionale Vermieter sowie Broker, die spezielle Mietwagen-Kontingente vermitteln.

Weitere Gründe für das schlappe Abschneiden der Reise- und Mietwagen-Profi’s: Oftmals müssen sie Zusatzkosten einkalkulieren. So fallen etwa Vermittlungsprovisionen an, wenn das Auto übers Reisebüro gebucht wird. So manches „Urlaubsspecial” und Sonderangebot greift darüber hinaus erst bei längeren Buchungszeiträumen. Obendrein, so wissen es Experten, fehlten einige Schnäppchen auf den Internetseiten und seien mithin nur am Urlaubsort buchbar. Andererseits wiederum locken viele Autoverleiher Fahrer mit Rabatt- und Kundenkarten. Wer die zückt, darf mit Nachlass auf den üblichen Mietpreis rechnen. Und noch eine interessante Beobachtung aus dem Test: Tendenziell bekamen Kunden bei günstigen Vermietern mehr geboten: etwa die Erstattung der Selbstbeteiligung oder die Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung der Buchung.

Kleingedrucktes:
Wer böse Überraschungen vermeiden will, kommt um ein genaues Studium der Mietbedingungen nicht herum. Versteckte Kosten finden sich oft bei den Versicherungen, die nicht immer im angegebenen Preis enthalten sind. Auch bei der Höhe der Selbstbeteiligung im Schadenfall gibt es große Schwankungen: gut, wenn diese entfällt – im Test wurden jedoch auch Beträge von über 2000 Euro gefunden.

So wurde getestet:
Das Europäische Verbraucherzentrum erhob bei 18 Anbietern in der ersten Oktoberwoche 2005 die jeweils günstigsten Wochenpreise für einen Mietwagen mit folgenden Mindestanforderungen:
  • Kleinwagen (Opel Corsa oder ähnlich, keine Mini-Klasse),
  • alle notwendigen Steuern und Gebühren, unbegrenzte Kilometer sowie Haftpfl icht-, Vollkasko- und Diebstahlversicherung mit Selbstbeteiligung bis 500 Euro inklusive.
  • Buchung ab/bis Flughafen. Hier wurden die Preise gecheckt: Algarve, Madeira, Gran Canaria, Mallorca, Costa del Sol, Sardinien, Sizilien, Toskana, Kreta, Korfu, Chalkidiki, Malta und Zypern.


    Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link217102A.html