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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Lautsprechersymbol O-Ton16.05.2006
Hochkonjunktur bei Verbraucheranfragen
Hoffen auf Erhalt des Beratungsstellennetzes

Gewiefte Vertreter an der Haustür, die massenhaft Telefonverträge mit kostenträchtigen Folgen verkauften, ungebetene Telefonwerber, die rechtswidrig zuhauf kurzen Draht zur Vertragsanbahnung suchten, zehntausende Ratsuchende, die sich den mehrfachen Gaspreiserhöhungen ihrer Versorger hilflos gegenübersahen – auch 2005 bilanziert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Hochkonjunktur bei Verbraucherproblemen. Für die rund 5,9 Millionen „Kunden“, die auf die Anlaufstelle fürs Management eines immer komplexeren Alltags setzten, hofft die Verbraucherzentrale NRW, dass die Mehrheitsfraktionen bei der dritten Haushaltslesung des Landtags in dieser Woche ihr mittelfristiges Finanzierungskonzept aufnehmen und ihr bei der Höhe der Kürzungen entgegenkommen. Die sonst drohende Schließung von vier bis fünf Beratungsstellen könnte damit abgewendet werden.

Rund eine Million persönliche, schriftliche oder telefonische Kontakte, 4,5 Millionen Besucher auf den Internet-Seiten, über 330.000 verkaufte Ratgeber – die Zahlen aus der Anfragenstatistik unterstreichen die ungebrochene Nachfrage. „Ob Hartz IV, steigende Energiepreise oder boomende unseriöse Nebenverdienstangebote – auch 2005 haben sich Gesetzesänderungen und gesellschaftliche wie wirtschaftliche Entwicklungen in Beratungsbedarf niedergeschlagen“, erläuterte
Dr. Karl-Heinz Schaffartzik, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, „neben Information und Beratung haben wir Verbraucher auch erfolgreich bei der Durchsetzung ihrer Interessen unterstützt. So konnten sich 1.100 Sparer, die bislang – nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs – mit unserer Hilfe ihre Kreditinstitute zur Neuabrechnung von langfristigen Sparverträgen mit variablen Zinsen aufgefordert haben, über Nachzahlungen zwischen knapp 100 bis zu über 13.000 Euro freuen.“ Außerdem hat die Verbraucherzentrale NRW mit einer Musterklage erreichen können, dass Verbraucher, die im Versandhandel Waren bestellen und ihr gesetzliches Widerrufsrecht wahrnehmen, die Kosten für die Hinsendung nicht bezahlen müssen.

Darüber hinaus hat sie durch ihre Beratung auch erfolgreich Investitionen angestoßen: Kunden der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW haben – so jüngste Ergebnisse einer Befragung durch ein Forschungsinstitut – durchschnittlich rund 22.500 Euro für die energetische Sanierung von Haus oder Wohnung aufgewendet.

Trotz all dieser vorzeigbaren Erfolge: Die Verbraucherzentrale NRW fürchtet zurzeit um den Erhalt ihres Beratungsstellennetzes. Beschließt der Landtag die vom Verbraucherschutzministerium vorgesehenen Kürzungen in Höhe von 985.000 Euro, werden vier bis fünf der insgesamt 54 Beratungsstellen schließen müssen. „Als wir die Öffentlichkeit hierüber Anfang Mai informiert haben, löste das eine Welle der Solidarität aus“, berichtet der Vorstand. Anlass zur Hoffnung, dass das von der Verbraucherzentrale NRW der Landesregierung und den zuständigen Abgeordneten vorgelegte Finanzierungskonzept nun doch noch aufgegriffen wird: „Durch alternative Finanzierungsformen wollen wir unseren Beitrag zur Entlastung des Landesetats leisten. Allerdings können wir in diesem Jahr keine Kürzung von knapp einer Million Euro auffangen, zumal wir mit dem Doppelhaushalt 2004/05 bereits eine Million Euro einsparen mussten und aufgrund von Kostensteigerungen allein in 2006 zusätzlich fast 800.000 Euro ausgleichen müssen“, bedauert Dr. Schaffartzik, dass der Vorschlag in den bisherigen Haushaltsberatungen nicht aufgegriffen worden ist.



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link226482A.html