Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zur Fußball-WM zeigt: Wer partout die Sieger-Mannschaft tippen will, kann bei der Wahl des richtigen Sportwetten-Anbieters ein Vielfaches an Gewinn kassieren.
Vor dem Gesetz zählen Sportwetten zu den Glücksspielen. Vorrangig darf nur die staatliche Gesellschaft Oddset solche Wetten anbieten. Weiterhin haben sich auch vier private Buchmacher DDR-Glücksspiel-Lizenzen sichern können, die noch heute gültig sind. Den unzähligen anderen Online-Buchmachern ist - zumindest im deutschen Raum - aus rechtlicher Sicht mit Vorsicht zu begegnen.
Die Verbraucherzentrale hat sich Ende April die Wettquoten der fünf zugelassenen Anbieter angeschaut: Oddset, Betandwin, Interwetten, Sportwetten Gera und Digibet/wetten.de. Die Testfrage: Wieviel bringt der richtige Tipp des Weltmeisters?
Egal, wer auf dem Rasen gewinnt - für den staatlichen Anbieter Oddset ist das Ergebnis aus Sicht der Wettenden eine herbe Niederlage: Bei 25 der 32 Wetten auf die 32 WM-Teilnehmer bot der deutsche Branchenprimus die schlechteste Quote im Test.
Wer etwa auf Tschechien tippte, bekam von Oddset eine Quote von 1:18 angeboten. Bei Betandwin waren dagegen 1:26 drin. Paraguay-Fans wiederum durften bei Oddset das 75-fache, bei Wetten.de aber das 225-fache einstreichen.
Generell gilt: je gewagter die Tipps, desto größer auch die Unterschiede bei den Quoten. Für einen WM-Sieg des Favoriten Brasilien schwankten die Quoten gerade einmal zwischen 1:3 (Oddset) und 1:4,25 (Interwetten). Für den unwahrscheinlichen Fall eines WM-Sieges von Saudi-Arabien gab´s für 10 Euro Einsatz zwischen 2500 Euro (Oddset) und satten 10.000 Euro (Interwetten).
Insgesamt landete Interwetten im Test mit 14 Topquoten auf Platz eins; darunter bei allen Tipps auf eine der fünf favorisierten Mannschaften (Brasilien, Argentinien, Deutschland, England, Italien). Zweiter wurde Betandwin mit elf, Dritter Wetten.de mit neun Spitzenplätzen. Abgeschlagen rangierten Sportwetten Gera und Oddset mit je einer Spitzenquote.
Grund der Oddset-Schwäche: Der staatliche Anbieter schüttet nach eigenen Angaben unterm Strich nur 56 Prozent seiner Wetteinnahmen wieder aus. 16 Prozent gehen als Glücksspielsteuer an die Bundesländer, weitere 15-20 Prozent werden in die Sportförderung und die Bekämpfung der Spielsucht investiert. Die Konkurrenz verspricht dagegen, dass sie bis zu 90 Prozent der Einsätze wieder an ihre Kunden zurückgebe.
Unterschiedlich sind auch die Arten der angebotenen Wetten: Oddset lockt vor allem mit Kombinationswetten, bei denen, ähnlich wie beim Toto, mehrere Tipps abgegeben werden müssen. Einzelwetten gibt es nur zu einigen ausgesuchten Ereignissen wie eben der Fußball-WM.
Die Privaten setzen vorwiegend auf Einzelwetten, haben aber auch Kombinationen und Sonderwetten. Betandwin und Interwetten setzen zusätzlich auf Live-Wetten. So kann, wer will noch während des Spiels darauf wetten, welcher Spieler das nächste Tor kickt oder welches Team die nächste Ecke bekommt.
Auch die jeweiligen Mindesteinsätze gilt es zu beachten: Während Kunden bei Betandwin und Wetten.de mit 50 Cent pro Wette einsteigen können, setzt Sportwetten Gera die Grenze bei 1 Euro und Oddset bei 2,50 Euro. Testsieger Interwetten beginnt erst bei 3 Euro Einsatz.
Zusätzlich verlangen zwei Firmen noch Bearbeitungsgebühren. Oddset schlägt 50 Cent auf jede Wette drauf, ebenso wie Wetten.de auf einen Teil seines Angebots. Immerhin ist der Weltmeister-Tipp bei Wetten.de gebührenfrei.
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