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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

13.07.2006
Downloads und Kopieren von Software problematisch
Mehr Verbraucherrechte bei digitalen Medien gefordert

Den meisten Nutzern, die im Internet Musik herunterladen oder Computerspiele am heimischen PC kopieren, ist nicht klar, dass sie künftig mit ihrem Tun gegen Recht und Gesetz verstoßen werden. Der Entwurf für die Novelle des Urheberrechts billigt Konsumenten speziell beim Privatgebrauch digitaler Medien nur noch ein sehr eingeschränktes Nutzungs- und Kopierrecht zu.

So dürfen für private Zwecke von digitalen Bild- und Tonträgern zwar weiterhin bis zu sieben Kopien gezogen werden. Doch die Urheber können dieses Nutzungsrecht leicht umgehen, indem sie CDs, DVDs und Musikdateien mit einem Kopierschutz versehen. Wer einen solchen Schutz knackt und dann das Werk für sich kopiert, macht sich künftig strafbar. „Harmlose Nutzer werden dann schon zu kriminellen Raubkopierern, wenn sie Musik von einer CD auf ihren MP3-Player überspielen“, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW und fordert rasche Abhilfe.

Problemtisch ist bereits, dass sich kopiersichere Silberscheiben oder Dateien nicht immer auf allen Geräten einwandfrei abspielen lassen. Einige Schutzsysteme können den Rechner sogar beschädigen und machen es möglich, persönliche Nutzerdaten auszuspionieren.

In der Praxis wird Kunden die Nutzung digitaler Medien unter Missachtung ihrer Rechte einfach diktiert. Beim Herunterladen von Musikdateien aus dem Internet gibt’s zum Beispiel Vorgaben, welche Geräte ausschließlich dafür benutzt werden dürfen. Werden heruntergeladene Dateien weitergeleitet, drohen empfindliche Vertragsstrafen. Verwirrende Nutzungsklauseln vernebeln Kunden zudem den Durchblick bei sämtlichen Einschränkungen.

Die Verbraucherzentralen wollen diesen Zustand und die geplante Gesetzesnovelle nicht länger widerspruchslos hinnehmen. Sie wenden sich jetzt mit einer Brief- und Mailaktion an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages. Wer seinen Unmut über das für Kunden nachteilige Urheberrecht äußern will, kann diese Kampagne unterstützen und einen Protestbrief an die zuständigen Minister schicken.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link243502A.html