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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

06.09.2006
Stärkere Kontrollen und konsequente Strafverfolgung - Lehren aus dem jüngsten Fleischskandal ziehen

Lebensmittelüberwachung ausbauen, Strafmaß für erwischte Unternehmen verschärfen, Unrechtsgewinne abschöpfen und - den Worten endlich Taten folgen lassen, fordert die Verbraucherzentrale NRW von den Politikern, die sich derzeit darin übertreffen, rhetorisch Lehren aus dem jüngsten Fleischskandal zu ziehen. „Es hat in letzter Zeit so viele Lebensmittelskandale gegeben, dass hinreichend Gelegenheit bestanden hätte, eine gut funktionierende Lebensmittelüberwachung in Deutschland zu etablieren. Jetzt drakonischere Strafen zu fordern, ist in der Tendenz zwar richtig, kommt aber um Jahre zu spät,“ stellt die Verbraucherzentrale NRW fest.

Von der für Donnerstag einberufenen Konferenz der zuständigen Minister der Länder und des Bundes erwarten die Verbraucherschützer konkrete Beschlüsse. Dazu gehören eine effiziente Lebensmittelüberwachung, die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Verursachern und deren Bekanntmachung in der Öffentlichkeit. Außerdem sind auf Lebensmittelrecht spezialisierte Schwerpunktstaatsanwaltschaften zu schaffen, um Kompetenzen in der Strafverfolgung zu bündeln. Betriebe, die Lebensmittelskandale verursachen, sollten nicht nur die Kosten der Kontrollen selber tragen, sondern auch die durch ihr unrechtmäßiges Handeln erwirtschafteten Gewinne abführen. Erhobene Bußgelder sollten der Lebensmittelüberwachung zufließen.

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW hat sich darüber hinaus wieder einmal gezeigt, dass die gesetzlich geforderte Eigenkontrolle nicht funktioniert. Die EU-rechtlich verankerte Rückverfolgbarkeit greife ebenfalls zu kurz. Notwendig sei eine stufenübergreifende, umfassende Rückverfolgbarkeit, die in alle Richtungen gewährleistet sein muss, d. h. sowohl vom Tier ausgehend als auch vom Endprodukt her.

Auch Verbraucher können einen Beitrag zu mehr Fleischqualität leisten. „Wer auf regionale Produkte achtet und eine tiergerechte oder ökologische Haltung unterstützt, weiß eher, was auf den Teller kommt,“ unterstreicht die Verbraucherzentrale NRW. „Kunden sollten beim Kauf kritische Nachfragen zur Herkunft und Qualitätssicherung des Fleisches stellen.“ Auch wenn die Qualität der Antworten nicht immer zufriedenstellend sei, würde damit der Bedarf nach mehr Transparenz und Sicherheit deutlich und somit der Druck auf Handel und Hersteller erhöht, mehr Informationen bereitzustellen. Prüfzeichen wie QS und Bio-Zeichen stehen für zusätzliche neutrale Kontrollen und leisten damit einen Beitrag für mehr Lebensmittelsicherheit.

Weitere Informationen zum Thema „Fleisch“ bietet die Verbraucherzentrale NRW hier und telefonisch Di und Do von 10.00 – 12.00 Uhr unter der Rufnummer 0211/38 09 202.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link255642A.html