Auch beim Online-Shoppen kann man erfolgreich feilschen. Im Test der Verbraucherzentrale ließ sich jeder dritte Händler von Luxuswaren auf Rabatte ein.
Bisweilen darf es ein bisschen Luxus sein: Ein edler Wein für einen romantischen Abend, kubanische Zigarren nach dem Kaffee oder auch ein schicker Vollautomat, der italienische Espressoträume wahr werden lässt. Kaufen lässt sich dies bequem in Online-Shops. Aber kann man dabei auch feilschen?
Die Verbraucherzentrale NRW hat’s versucht. 60 Internet-Anbieter von Luxusgütern erhielten per E-Mail eine Anfrage nach einem Zehn-Prozent-Nachlass. Dabei ging es um sechs Produktgruppen:
- multifunktionale Kaffeevollautomaten (bis 2100 Euro),
- hochwertige MP3-Player (bis 350 Euro),
- edle Pfeffermühlen oder Salzstreuer (bis 180 Euro)
- teure Weine (20 bis 40 Euro pro Flasche im Sechser-Karton),
- Zigarren (bis 300 Euro pro Kiste à 25 Zigarren)
- Pralinen (bis 70 Euro pro Packung).
52 der 60 Händler antworteten umgehend. Am Ende zeigten sich 20 spendabel – wenngleich in ganz unterschiedlichen Varianten. Die gewünschten zehn Prozent Preisnachlass wollten acht Händler gewähren, die meisten von ihnen allerdings nur bei Vorkasse. Sieben weitere Händler boten Rabatte zwischen zwei und sechs Prozent an. Die übrigen fünf übernahmen die Portokosten oder ließen sich zu einer kostenlosen Beigabe hinreißen.
Zum Beispiel die Zigarrenhändler. Sie machten erst einmal darauf aufmerksam, dass die gesetzliche Preisbindung bei Tabakwaren einen Rabatt von mehr als drei Prozent verbietet. Auf den wollte sich ein Händler einlassen, aber nur bei der Abnahme einer kompletten Kiste mit 25 Havannas für 200 bis 300 Euro.
Wahlweise bot ein Konkurrent anstelle des Rabatts Streichholzschachteln mit den Logos bekannter Zigarrenhersteller im Wert von 15 Euro an. Zwei seiner Kollegen waren zu einer Beigabe (eine bzw. drei Zigarren) bereit, die sie als kostenlose „Werbegeschenke“ verstanden wissen wollten.
Wenig erfolgreich waren dagegen die Anfragen bei Händlern von MP3-Playern. Die meisten verwiesen auf die „knapp kalkulierten Preise“. Nur zwei Shops gaben einen Preisnachlass (drei bzw. sechs Prozent). Noch schlechter sah das Ergebnis bei den hochwertigen Kaffeevollautomaten aus: eine Preissenkung um 20 Euro auf 1129 Euro.
Als die Großzügigsten im Test präsentierten sich die Weinhändler und Winzer. Sieben von ihnen gaben Vergünstigungen, während in den anderen Produktgruppen jeweils nur maximal vier Händler mit sich feilschen ließen. Noch dazu gewährten fünf Weinexperten den Spitzenrabatt von zehn Prozent. So freigiebig waren bei den anderen Produkten nur drei Händler.
Ein Grund für die Großherzigkeit der Weinhändler mag sein: Die Tester fragten gleich nach einem kompletten Karton mit sechs Weinflaschen. Auch bei anderen Waren wie Pralinen galt oft: Die Masse macht’s.
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