Ob das umstrittene neue Gentechnik-Gesetz noch in diesem Jahr den Bundestag passiert, ist derzeit ungewiss. Auch wenn die Frage nach dem „Wann“ noch offen ist, läutet die Verbraucherzentrale NRW in diesen Tagen eine Protestaktion gegen das „Wie“ ein: Mit den angekündigten Gesetzesänderungen wird das Recht auf Ernährung und Natur frei von Gentechnik verwässert und die Wahlfreiheit der Verbraucher eingeschränkt. Denn an den bislang strengen Haftungsregelungen soll kräftig gedreht werden.
Während zurzeit Gentechnik-Produzenten für jegliche gentechnische Verunreinigung von Nachbarfeldern haften, soll nach den derzeitigen Plänen nun ein Grenzwert eingeführt werden: Erst wenn Nachbarfelder mit mehr als 0,9-Prozent gentechnisch verunreinigt werden, soll die Haftung greifen. „Das gefährdet die gentechnikfreie Produktion, bringt Ökolandwirten erhebliche wirtschaftliche Einbußen, wenn sie einerseits ihre verunreinigten Produkte nicht mehr als Ökoware absetzen können, andererseits aber auch keinen Anspruch auf Entschädigung mehr haben.
Vor allem jedoch platzt die freie Wahl der Verbraucher, Lebensmittel ohne Gentechnik zu kaufen, wie ein Luftballon. Deshalb ruft die Verbraucherzentrale NRW –gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern aus Umwelt-, Bio- und Bauernverbänden – zum Protest gegen die Verwässerung des Gentechnikgesetzes auf. Dem Unmut Luft verschaffen sollen Tausende Protest-Luftballons: Mit angehängten Postkarten „Gen-Food - Nein Danke“ werden sie in Berlin Anfang November starten. Damit soll nicht nur eine gentechnikfreie Landwirtschaft eingefordert, sondern auch gezeigt werden, dass sich die Pollen von Gentech-Pflanzen wie die Ballons mit dem Wind verbreiten. Die Finder der Protest-Ballons werden mit der Postkarte aufgerufen, sich ebenfalls gegen die Gesetzesänderung zu wehren.
Weitere Informationen zum Thema Gentechnik und Lebensmittel sowie Postkarten zur Teilnahme an der Ballonaktion „Gen-Food - Nein Danke“ gibt es in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW oder im Internet.
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