Eine Energieeffizienz-Offensive ist nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW das schlagkräftigste Instrument, um steigende Energiepreise für Verbraucher wirkungsvoll abzufedern: „Jährlich wären durchschnittlich 500 Euro Ersparnis je Haushalt drin, wenn bei Gebäuden, Produkten und Dienstleistungen alle technisch und wirtschaftlich möglichen Einspar-Potenziale ausgeschöpft würden“, rechnet ihr Vorstand Klaus Müller anlässlich der Landtagsanhörung am 27. Oktober vor.
„Frühzeitig die Folgen der Energiepreissteigerungen für Bürgerinnen und Bürger abzuschätzen ist ein verdienstvoller Vorstoß des nordrhein-westfälischen Landtags. Doch ihm muss rasch ein Aktionsplan zur effizienten Nutzung von Energie folgen. Denn Gebäude, die nur wenig geheizt werden müssen, sind dauerhaft der beste Verbraucherschutz gegen eine Explosion der Energiekosten bei weiter steigenden Preisen.“
Der Effizienz-Offensive zusätzliche Durchschlagskraft verleihen kann nach Müllers Ansicht ein verbriefter Mietminderungsanspruch gegenüber Vermietern, wenn Neubauten nicht die gesetzlichen Vorgaben zum Energieverbrauch einhalten.
Rund 91 Milliarden Euro müssen Deutschlands Haushalte inzwischen im Jahr für die Energierechnung berappen: Zwischen 1998 und 2006 sind die Ausgaben für Heizung, Warmwasser, Strom und Kraftstoffe von rund 1.860 auf 2.380 Euro gestiegen. Geringverdiener geben inzwischen knapp 17 Prozent ihres Einkommens für Energie aus.
„Relevante Spielräume für Konsumeinschränkungen, um Energiepreissteigerungen aufzufangen, gibt’s bei diesen Haushalten nicht“, schlägt der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW Alarm und fordert umgehend ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Energieeffizienz. „Derzeit interessiert niemanden, ob die Energieeinsparverordnung in der Praxis auch eingehalten wird“, moniert Müller, „kann die Miete jedoch gemindert werden, wenn der Neubau nicht den energetischen Vorgaben der Verordnung entspricht, haben Vermieter ein vitales Interesse, dass die Spar-Standards auch erfüllt werden.
Im sozialen Wohnungsbau sollte zudem das Passivhaus zum Standard gemacht werden.“ Darüber hinaus müssten auf kommunaler Ebene Gebäudesanierungsprogramme für Altbauten aufgelegt werden, in denen vor allem einkommensschwache Haushalte wohnten. Im Beratungsalltag habe sich gezeigt, dass staatliche Zuschüsse zu energetischen Sanierungsmaßnahmen am Gebäude einen wirkungsvolleren Anreiz böten als die bislang praktizierte Förderung durch günstige Zinssät
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Auch beim Gerätepark der Haushalte sieht die Verbraucherzentrale NRW einträgliche Einsparpotenziale: Wie im EU-Aktionsplan zur Energieeffizienz vorgesehen müsste statt verwirrender A++-Kennzeichnung die „A-Klasse“ wieder für die besten 10 bis 20 Prozent der Geräte reserviert und die Kennzeichnung der Energieeffizienz-Klassen zudem auf Geräte der Unterhaltungselektronik und der Bürokommunikation erweitert werden.
„Außerdem müssen die Regelsätze für Haushalte, die Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen, so bemessen werden, dass diese auch eine realistische Chance haben, für die notwendigen Neuanschaffungen zwar teurerer, aber energiesparender Haushaltsgeräte anzusparen“, macht sich Müller für klare Verbraucherinformation und eine konsequente Berücksichtigung der Lebenszykluskosten stark.
Nicht zuletzt: Die öffentliche Finanzierung einer flächendeckenden und vernetzten Energieberatung sei ein geeignetes Instrument, Energieeffizienz-Steigerungen zu befördern. „Hier finden Ratsuchende Unterstützung, um Stromfresser ausfindig zu machen und energiesparende Geräte auszuwählen, aber sie bekommen auch Empfehlungen für eine rationelle Energieverwendung.
Darüber hinaus erweist sich die Vor-Ort-Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW als Motor für Investitionen“, erläutert Klaus Müller, „rund 90 Prozent der Beratenen setzen die hier empfohlenen Maßnahmen um. Wo eine entsprechende Vor-Ort-Beratung stattfindet, werden durchschnittlich 22.694 Euro zur energetischen Sanierung von Wänden, Dächern oder Heizungsanlage investiert.
Fast 80 Prozent der Maßnahmen werden von Fachbetrieben des Handwerks ausgeführt. Damit sichert Energieberatung nicht nur die Steigerung von Energieeffizienz, sondern auch Arbeitsplätze und stärkt zugleich die heimische Wirtschaft.“
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