- Die EU-Richtlinie zur Information über den Kraftstoffverbrauch von PKW muss konsequent umgesetzt werden. Neuwagenkäufer sollten leicht erkennen können, wie viel Sprit ein Auto schluckt, um die Verbrauchskosten zur Grundlage ihrer Kaufentscheidung zu machen. Die entsprechende EU-Richtlinie zur Information über den Kraftstoffverbrauch wird in Deutschland bislang völlig unzureichend umgesetzt. In den Niederlanden müssen Fahrzeuge – analog zu Kühlschränken – am Verkaufsort mit einem farbigen CO2-Label von A (verbrauchsarm) bis G (Spritfresser) klassifiziert werden. Diese offensive Verbraucherinformation sollte auch in deutsche Autohäuser Einzug halten. Die Automobilindustrie muss ihren bisherigen Widerstand in diesem Punkt aufgeben.
- Bei der Diskussion über ambitionierte Grenzwerte für die Kohlendioxid-Emissionen von PKW sind nicht länger nur die Anschaffungs-, sondern auch die laufenden Kosten in Betracht zu ziehen. Nachdem die deutsche Automobilindustrie die per Selbstverpflichtung gesteckten Ziele verfehlt hat, ist der von der EU beschlossene Grenzwert von 130 Gramm pro Kilometer bis 2012 überfällig geworden. “Der Grenzwert von 120 Gramm, der kürzlich am Widerstand der Autolobby gescheitert ist, wäre das richtige Signal gewesen”, äußert Müller enttäuscht. Die Industrie rechne damit, dass Autos rund 1.500 Euro teurer werden. Wenn andererseits der Spritverbrauch durch technische Verbesserungen um zwei Liter je 100 Kilometer sinken würde, könnten Autokäufer bezogen auf den Lebenszyklus ihres Wagens durchaus rund 3.000 Euro Spritkosten einsparen.
- Zukunftsfähige Mobilitätskonzepte sollten endlich umgesetzt werden. Die langjährige Konzentration der Verkehrspolitik auf das Auto hat die Leistungsfähigkeit der zahlreichen Alternativen für eine zukunftsfähige Mobilität blockiert. Durch geeignete Rahmenbedingungen und eine Offensive können Fahrgemeinschaften, Car-Sharing, Fuß- und Radverkehr sowie Bus und Bahn noch attraktiver gemacht und der Umstieg vom Auto auf klimafreundlichere Verkehrsmittel erleichtert werden.
Vorstand Klaus Müller weist zudem darauf hin, dass sich die Verbraucherzentrale NRW engagiert für Beratung und Information von Verbraucherinnen und Verbrauchern einsetzt, damit die privaten Haushalte ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können. „Höhere Anforderungen an Kennzeichnung des Energiestandards, eine ehrlichere Diskussion über Verbrauchsobergrenzen und klarere steuerliche Anreize”, so Müller, „sind dabei wichtige Instrumente.”
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