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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

26.03.2007
Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW in Münster droht das Aus

Ab 2010 droht der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW in Münster das Aus – und zwar dann, wenn sich der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung am 28. März mit seinem Ansinnen durchsetzt, den laufenden Vertrag mit einer jährlichen Förderung von rund 54.000 Euro nach dem 31. Dezember 2009 nicht mehr zu verlängern. Diesem Plan hat der Umweltausschuss bereits am 7. März zugestimmt. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister und an die Mitglieder des Umwelt- und Finanzausschusses wendet sich die Verbraucherzentrale NRW mit einem eindringlichen Appell an die verantwortlichen Ratsmitglieder, nicht voreilig und ohne Anlass in der nächsten Sitzung des Rates die Weichen für eine Vertragskündigung zum Ende 2009 zu stellen.

Das Votum für die Einstellung der bislang vorbildlichen Arbeit ist den verantwortlichen Mitarbeitern bei der Verbraucherzentrale NRW völlig unverständlich - vor allem vor dem Hintergrund der bislang gemeinsamen Anstrengungen für einen verbesserten Klimaschutz in Münster. Erst im letzten November wurde Münster mit dem Titel „Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ beim Klimaschutz-Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe gekürt. Die Stadt war nicht zuletzt wegen ihres vorbildlichen Altbausanierungsprogramms ausgezeichnet worden, bei dem die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW eine zentrale Rolle spielt. „Gerade jetzt, wo allen Bürgerinnen und Bürgern die Notwendigkeit für mehr Klimaschutz nicht nur durch öffentliche Auszeichnungen, sondern in erster Linie durch alarmierende Umweltkatastrophen deutlich vor Augen geführt wird, geht die Stadt Münster in die entgegengesetzte Richtung. Sie setzt mit ihrem Streichvorhaben ein falsches Signal“, warnt Udo Peters, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW in Münster, vor den kurzsichtigen Plänen, die nur einen Zweck verfolgen: den städtischen Haushalt zu sanieren.

Die Auflösung der Energieberatung werde sich jedoch weder in ökologischer noch in finanzieller Hinsicht für die Stadt Münster rechnen, warnt Peters und führt die schwerwiegenden Folgen auf: „Unsere Beratungstätigkeit wirkt sich nicht nur positiv aufs Klima aus, sondern bringt auch Impulse für das Handwerk in und um Münster.“ 174 Ratsuchenden vor Ort zeigte der Energieberater allein im letzten Jahr für ihr Eigentum maßgeschneiderte Wege zum Energiesparen auf – angefangen von einfachen Sanierungsmaßnahmen etwa dem Einbau einer Solaranlage bis hin zur aufwändigen Wärmedämmung des kompletten Gebäudes. Eine Befragung der Ratsuchenden durch infas ergab, dass sie nach einer solchen auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Beratung im Schnitt 22.600 Euro für eine sinnvolle Sanierung ihres Eigenheims ausgeben. Im Klartext: Rund vier Millionen Euro wurden von privaten Haus- und Wohnungseigentümer mit Unterstützung des Energieberaters der Verbraucherzentrale NRW im vergangenen Jahr in Klimaschutz und Energieeffizienz investiert. Zusätzlich profitierten auch die 1.465 übrigen Rat suchenden Münsteraner in der Beratungsstelle und im Stadthaus vom kompetenten Rat für praktikablen Klimaschutz. Energieberater Peters: „Unterm Strich ist dies Erfolg einer kontinuierlichen Arbeit, die in Münster nicht leichtfertig dem Rotstift zum Opfer fallen darf.“


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link311542A.html