Einen teuren Stromanbieter zu wechseln ist ein Top-Thema, das geht alle an, die sich die exorbitant hohen Preissprünge der Energieversorgungsunternehmen nicht länger gefallen lassen wollen: Nordrhein-westfälische Landespolitiker gehen hier mit gutem Beispiel voran. Mehr als die Hälfte – 94 von 187 Abgeordneten im Landtag (50,27 Prozent) haben sich – quer durch alle Parteien von CDU, SPD, FDP und Grünen – an einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW im Rahmen der bundesweiten Kampagne der Verbraucherzentralen zum Stromanbieterwechsel beteiligt. Für 41 Abgeordnete (43,6 Prozent der Antworten) ist die Unterschrift unter einem anderen Vertrag bereits vollzogen, geplant oder in den nächsten Monaten vorstellbar. 47 Abgeordnete (50 Prozent der Antworten) sind mit den Leistungen ihres bisherigen Energieversorgers zufrieden. Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, freut sich über die "bemerkenswert hohe Beteiligung" der Volksvertreter an der Aktion. Für deren rege verbraucherpolitische Auskunftsfreude macht Müller zwei wesentliche Gründe aus: "Auch die Mitglieder des Landtags spüren die hohen Kosten – beruflich wie privat – am eigenen Verbrauch und wollen deshalb die anhaltende Preistreiberei beim Strom nicht länger tatenlos hinnehmen. Einige setzen mit ihrem Tarif- bzw. Anbieterwechsel zudem schlicht ein Zeichen für ihr Bekenntnis zum Ökostrom."
Diese beiden Beweggründe für einen Wechsel halten sich bei den Befragten jedoch die Waage: 30 Abgeordnete (31,9 Prozent der Antworten) wollen künftig beim Strombezug Geld sparen. Und 29 Landespolitiker (30,9 Prozent der Antworten) betonen, dass nur ökologisch erzeugter Saft aus ihrer der Steckdose strömen soll. Abgeordnete in NRW, die den Gang zu einem anderen Anbieter gewagt haben, beurteilen den Wechsel positiv (Note 1,8).
Marie-Luise Fasse, CDU, Vorsitzende des Umweltausschusses, empfiehlt den Stromanbieterwechsel, "weil eine scharfe Konkurrenz die zum Teil nicht mehr nachvollziehbaren, hohen Preise – bei gleichem Leistungsangebot – sicherlich drücken würde." Marc Jan Eumann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, würde wechseln, "weil ich die Anbieter von Ökostrom unterstützen möchte." Christian Lindner, FDP-Generalsekretär findet den Wechsel von Stromanbietern wichtig, "weil er den Wettbewerb auf dem Markt belebt und damit zu niedrigen Preisen bei besserer Qualität führt." Und Sylvia Löhrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen hat gewechselt, "weil dieser kleine Schritt ein Beitrag zum Klimaschutz ist und Druck auf die Energiekonzerne auslöst."
Die Befragung der Landtagsabgeordneten durch die Verbraucherzentrale NRW ist Teil der Kampagne "Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen", mit der die beteiligten Verbraucherverbände bundesweit mindestens eine Million Kunden zum Stromanbieterwechsel bewegen wollen. Sinn und Zweck fasst Vorstand Müller so zusammen: "Wenn sich analog zu den Landtagsabgeordneten etwa die Hälfte der 8,4 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen über einen Stromanbieterwechsel Gedanken macht, haben wir ein großes Ziel erreicht. Und falls sich dann nur fünf Prozent der Haushalte für einen neuen Versorger oder einen anderen Tarif entscheiden würden, hätte Nordrhein-Westfalen mit 420.000 Wechselwilligen einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Kampagne geleistet."
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