Im Internet offeriert der Mobilfunkprovider Debitel seine so genannten Crash-Tarife: als „die neue Art, zu einem supergünstigen Mobilfunktarif zu kommen". Verbraucherschützer denken da eher an eine alt bekannte Art aus dem stationären Handel: Lockvogel-Werbung.
Im Minutentakt können Surfer unter „Crash-tarife.de" fünf Handyverträge der Netzbetreiber T-Mobile, E-Plus oder O2 ersteigern. Zumeist sind es zwei Varianten. Bei „Crash 9" kostet jede angefangene Gesprächsminute neun, die Kurzmitteilung 17 Cent. Bei „Crash SMS" sind jeweils 13 Cent fällig. Stets kommt eine Grundgebühr von 2,95 Euro hinzu.
Der Clou jedoch nennt sich „Crash 5". Zum Schnäppchen-Preis von fünf Cent je Minute sollen Handybesitzer damit in alle Netze telefonieren.
Doch wer sich um den Tarif bemüht, fühlt sich schnell an Lockvogelaktionen des stationären Handels erinnert. Frühmorgens der erste Kunde - trotzdem ist das Schnäppchen nicht zu erhaschen. In den vergangenen Wochen jedenfalls lauerten Verbraucher stundenlang im Netz, ohne das „Crash 5" zur Versteigerung aufgerufen wurde.
Mittlerweile jedoch werden die laut Debitel „limitierten" Tarife offenbar häufiger angeboten. Mit merkwürdigem Ergebnis: So gelang es den Testern der Verbraucherzentrale NRW nicht, einen Fünf-Cent-Tarif zu ergattern - weder während einer dreistündigen Happy Hour noch als Frühbucher um acht Uhr morgens.
Bei 15 Versuchen, eine Bestellorder innerhalb der ersten Sekunde zu platzieren, hieß es schlussendlich nur: „Da war wohl jemand schneller, der Tarif ist leider vergriffen."
Natürlich bleibt dem Surfer auch die Frustorder: ein teurerer Tarif ist schließlich jederzeit verfügbar. Zu einer dritten Variante rät Beate Wagner, Juristin der Verbraucherzentrale NRW: „Sich auch mal bei anderen Anbietern umsehen."
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