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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

19.09.2007
Hitparade aus dem Internet
Rund ein Drittel sparen bei Musik-Downloads

Musik aus dem Internet wird immer beliebter. Im ersten Halbjahr 2007 registrierten die Marktforscher von Media-Control bereits 17,1 Millionen legale Downloads: vor allem von einzelnen Songs. Und dabei lässt sich kräftig sparen.

Preisunterschiede von über 30 Prozent fand die Verbraucherzentrale NRW bei neun Portalen für stationäre Downloads auf den PC. Wer sich etwa den Spitzenreiter der Charts vom 24. August, den Rap und Hip-Hop-Mix ”Hamma!” von Culcha Candela auserkoren hatte, musste dafür zwischen schlappen 95 Cent und satten 1,29 Euro zahlen.

Am obersten Ende der Preisskala rangierten dabei die Portale musicload.de (T-Online) und musicdownloads.de (AOL) sowie connect-europe.com (Sony) und der Anbieter musik.web.de. Für 1,19 Euro gab’s den Titel bei weltbild-downloads.de, für 1,09 Euro bei music.msn.de. ”Hamma!” für 99 Cent meldeten saturn-download.de und apple.com/de/itunes. Mit 95 Cent war one4music.de das Konto schonendste Portal im Test.

Diese Preisunterschiede können Kunden auch als Richtschnur nehmen, wenn sie mehr als einen Titel herunterladen wollen: etwa die Top Ten der Single-Charts. Für das Zehnerpaket zahlten sie zwischen 9,90 (Saturn und Apple) und 13,30 Euro (T-Online). Das Manko beim an sich günstigsten Anbieter: Drei der zehn Top-Ten-Titel waren bei One4music nicht zu finden; die von Scooter, Marquess und Monrose.

Noch größere Lücken taten sich bei kompletten Alben auf. Gerade mal die Hälfte der Longplay-Charts offerierte One4music zum Download. Die allerdings je Album für günstige 9,95 Euro. Zwei Aussetzer leistete sich auch Sony. Weder den Spitzenreiter der Charts, die Band Befour, noch das Doppelalbum ”The King” von Elvis Presley spuckte die Suchmaschine zum Testzeitpunkt bei Connect-Europe aus. Der fünfte Platz der Charts, “Vom selben Stern” der Gruppe Ich + Ich, fehlte bei Musik.Web.

Auch bei den Alben fanden die Tester ein starkes Preisgefälle. Für die zehn Top-Alben verlangte AOL stolze 131,90 Euro, bei Saturn waren dafür gerade mal 99,90 Euro fällig. Günstig war das Download-Paket ebenfalls bei T-Online (102,50 Euro) und Apple (102,90 Euro).

Im Gegensatz zu den Singles entdeckten die Tester bei den Alben vereinzelt auch Schnäppchen. Mit fünf Euro pro Album unterboten bisweilen Portale die Konkurrenz um mehr als die Hälfte. Gar sechs aktuelle Chart-Alben standen bei Sony im Schnäppchenregal: zum Preis von jeweils 7,90 Euro.

Download oder Silberscheibe - beeindruckend sind die Sparmöglichkeiten zwischen MP3 und CD. So vertickte Saturn die zehn Chart-Alben als Datei für 99,90 Euro, in einer Filiale des Konzerns in Köln dagegen gab´s das gepresste Liedgut für 162,90 Euro.

Doch Obacht! Kunden sollten beim Preisvergleich nicht vergessen: dass für den Download von Musiktiteln und vor allem von Alben ein DSL-Anschluss sowie eine Internetflatrate hilfreich sein können. Sonst kommen für oftmals zehnminütige und längere Downloads die Entgelte für den Ladevorgang hinzu.

Für verwöhnte Ohren empfiehlt sich zudem ein Blick auf die Qualitätsangaben der Dateien. Mal bieten Portale Spitzenqualität mit 192 Kilobit pro Sekunde (Weltbild), mal müssen 128 Kbit/sec (T-Online) für den späteren Musikgenuss auf einem MP3-Player reichen.

Auch die Rechte sind häufig eingeschränkt. Mal darf der Käufer einen Titel fünfmal auf CD brennen (Saturn) und ebenso oft auf einen MP3-Player kopieren, mal lässt sich ein Song gleich zehnmal brennen und 25-mal kopieren (MSN). Bei T-Online können die Kunden einzelne Titel (etwa von Scooter) sogar ”unbegrenzt brennen und kopieren”.

Damit aber nicht genug der Unterschiede. Längst nicht alle Betreiber von Downloadportalen akzeptieren bei der Bezahlung von Rock und Hip Hop das Lastschriftverfahren. Einige kassieren bei ihren Kunden per Kreditkarte, andere per Telefonrechnung.

Rolling Stones


Wer sich über die günstigen Preise aller Top-Ten-Alben aus der 34. Kalenderwoche wundert, hat die Rechnung mit den Rolling Stones gemacht. Deren ”Biggest Bang” (rund 47 Euro im Laden) stand zum Testzeitpunkt zwar auf Platz drei der beliebtesten Alben, wurde aber disqualifiziert. Der Grund: Zum Film-Paket mit vier DVDs aufgemotzt, fehlten die Songs der Altrocker natürlich bei allen Downloadportalen. Als Ersatz musste deshalb Platz elf der Alben-Charts, die R’n’B-Prinzessin Rihanna mit ”Good Girl Gone Bad” herhalten.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link348202A.html