Hautschweiß und Speichel lösen Weichmacher aus dem Kunststoffverbund, an Staub gebunden dunsten sie auch aus. Der Mensch nimmt sie über Haut, Mund und Atmung auf. Auch fettreiche Lebensmittel können mit Phthalaten belastet sein, die durch Verarbeitung, Verpackung oder über die Umwelt in die Nahrung gelangen. Säuglinge und Kinder bekommen besonders viel davon ab, wenn sie an Weich-PVC lutschen oder kauen.
Im September 2004 hat der EU-Ministerrat ein Verbot bestimmter hormonell wirksamer Phthalate für Spielzeug beschlossen. Seit Inkrafttreten der Phthalat-Richtlinie am 16. Januar 2007 sind drei der Weichmacher in Spielzeug generell verboten, sowie drei weitere speziell in Babyspielzeug. Die möglichen aber kostenintensiveren Alternativstoffe, wie Citrate und Adipate, werden wohl dennoch nur wenige Hersteller einsetzen.
Verbraucherzentrale und WWF empfehlen Ihnen:
- Plastikspielzeug aus Polypropylen "PP" oder Polyethylen "PE" ist weniger bedenklich als PVC-Produkte. Fragen Sie danach!
- Schützen Sie sich mit gewachster Baumwolle, Stiefeln und Sohlen aus echtem Gummi, Polyester und Polyamid vor Nässe, nicht mit schädlichen PVC-Produkten.
- Unter den Baumaterialien finden Sie qualitativ hochwertige Bodenbeläge, Kabelummantelungen, Schläuche, Außenplanen oder Tapeten aus chlor- und weichmacherfreien Materialien (PE, PP) sowie "Natur"-Produkte wie Linoleum, Kork, Holz und Papier.
- Verwenden Sie beim Renovieren möglichst weichmacherarme oder -freie Farben und Kleber. Achten Sie auf den Blauen Umweltengel.
- Es gibt Unterbodenschutz für Autos ohne PVC - verlangen Sie diese weichmacherarmen, chlor- und bromfreien Alternativen.

