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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

28.04.2008
Keine Käfigeier in verarbeiteten Lebensmitteln: Kennzeichnungspflicht gefordert

Von Nudeln über Marinaden und Salate bis zu Fertigkuchen - aus verarbeiteten Lebensmitteln sollen Käfigeier nach Meinung der Verbraucherzentrale NRW künftig verbannt werden. Die Fast-Food-Kette McDonalds und der Nahrungsmittelkonzern Unilever gehen hierbei mit gutem Beispiel voran. McDonalds hat angekündigt, bis 2010 in sämtlichen Produkten keine Käfigeier mehr zu verarbeiten. Unilever will bis 2012 in Westeuropa bei Mayonnaisen und Dressings auf die Käfigware verzichten. Die Verbraucherzentrale NRW fordert schon seit langem: „Deutsche Hersteller sollten nur noch Erzeugnisse aus alternativen Haltungsformen – also aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung – verwenden. Wie bei frischen Eiern vorgeschrieben, sollten Verbraucher auch bei verarbeiteten Lebensmitteln auf eine verbindliche Kennzeichnung setzen können, aus welcher Haltung die hier verwendeten Eier stammen."

Bislang stieß die Verbraucherzentrale NRW mit diesem Anliegen bei den Herstellern auf taube Ohren. Zuletzt hatten sich die Verbraucherschützer Anfang Januar mit einem Gesprächsangebot an insgesamt elf große Verarbeitungsbetriebe und Handelsketten in Nordrhein-Westfalen gewandt. Bisher reagierte jedoch nur ein Unternehmen und signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Die Frage nach alternativen Haltungsformen, die bislang von der heimischen Anbieterseite mit Desinteresse quittiert wird, ist hingegen für die Konsumenten von großer Bedeutung. Seit Einführung der Kennzeichnungspflicht bei Eiern im Handel hat sich die Nachfrage nach Produkten, die nicht aus Käfighaltung stammen, mehr als verdreifacht. „Mittlerweile kommt weniger als 40 Prozent der gekauften Ware aus dem Käfig“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. In der Nahrungsmittelindustrie beträgt der Anteil an Eiern aus Legebatterien dagegen etwa 95 Prozent. Die Haltungsform wird bisher auf den Verpackungen kaum angegeben und ist deshalb für Verbraucher nicht erkennbar.

„Der Verzicht auf Käfigeier und eine entsprechende Kennzeichnung ist jedoch auch bei verarbeiteten Lebensmitteln für Verbraucher ein wichtiges Kaufargument“, appelliert die Verbraucherzentrale NRW an Hersteller und Handelsketten ihre derzeitige Praxis zu ändern: „Könnten sich Konsumenten nicht nur bei Eiern, sondern auch bei verarbeiteten Produkten für eine artgerechtere Haltungsform entscheiden, ließe sich der Anteil an Legehennen in Käfigen weiter verringern.“

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link425761A.html