Ob vermeintliche Gratisangebote im Internet, Stolperfallen beim Wechsel des Stromanbieters oder Fallstricke bei der Wahl eines neuen Providers: „Wir klären das“ lautete das Versprechen der Verbraucherzentrale NRW, mit dem sie sich auch 2007 zu einer erfolgreichen Partnerin von Ratsuchenden gemacht hat. „Fast 108.000 Rechtsberatungen und -vertretungen bedeuten eine neue Rekordmarke“, erklärte NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller bei der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf, „diese Zahl unterstreicht eindrucksvoll die hohe Akzeptanz dieser Dienstleistung bei Bürgerinnen und Bürgern, wenn sie unkomplizierten Zugang zum Verbraucherrecht suchen. In manchen Beratungsstellen weist die Statistik einen Anstieg um mehr als 50 Prozent aus.“ Wermutstropfen der Erfolgsbilanz: Immer komplexere Verbraucheranfragen und steigende Ratsuchenden-Zahlen haben vielerorts bereits dazu geführt, dass Beratungskräfte weit über ihre Belastungsgrenzen eingespannt sind.
„Wir klären das“ – so auch die Leitidee bei erfolgreichen Vorstößen, Transparenz in unübersichtlichen Märkten zu schaffen: Ob gegen unzulässiges Telefonmarketing bei Arcor, unwirksame Klauseln in Gaslieferverträgen von RWE Westfalen-Weser-Ems oder Vertragsklauseln für teure Wertermittlungs-Gutachten für Immobilien vorgegangen wurde – die Verbraucherzentrale NRW konnte 2007 vor Justitia ein ums andere Mal obsiegen und damit mehr Verbraucherrechte im Alltag durchsetzen.
Nicht zuletzt: Die bundesweite Kampagne der Verbraucherzentralen zum Stromanbieterwechsel mündete bei der Verbraucherzentrale NRW in ausgebuchten Beratungsterminen und einem Run auf Materialien und Tarifvergleiche: Über 20.000 Ratsuchende suchten allein persönliche Beratung, um klar zu sehen und vom Wettbewerb auf dem Strommarkt zu profitieren.
Das 2007 millionenfach eingelöste Versprechen „Wir klären das“ hat die Verbraucherzentrale NRW übrigens auch zum künftigen Wegweiser gemacht: Im August feiert die bundesweit größte Verbraucherzentrale ihren 50. Geburtstag. Und mit vielfältigen Aktivitäten will sie Politik, Wirtschaft, Verbänden und natürlich den Menschen in NRW zeigen, dass sie auch nach einem halben Jahrhundert eine zukunftsfähige und bürgernahe Partnerin ist, die Klarheit in sich wandelnden Märkten verschafft und kompetente Hilfestellungen im Verbraucheralltag gibt.
Neben vorzeigbaren Erfolgen und ungebrochener Akzeptanz hat die Verbraucherzentrale NRW natürlich auch ihre künftige Finanzierungssicherheit im Blick: Mit der im Juli 2007 unterzeichneten „Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz“ hat sich – ein Novum in der Geschichte der Verbraucherzentrale NRW – eine nordrhein-westfälische Landesregierung mit ihr gemeinsam verpflichtet, den Verbraucherschutz gezielt zu stärken. Außerdem hat die Landesregierung darin zum ersten Mal eine langfristige Zusage zur Förderung der Verbraucherzentrale NRW bis 2010 gemacht.
„Neben dieser unverzichtbaren staatlichen Förderung haben wir 2007 durch drei anbietermitfinanzierte Projekte zudem neue nutz- und geldwerte Beratung für Verbraucherinnen und Verbraucher realisiert: Zum einen die bundesweite „Pflegehotline“, begleitet und finanziert vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen, zum anderen die Gründung des Vereins „Schlichtungsstelle Nahverkehr e. V., um in direkter Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen mehr Verbindlichkeit in Schlichtungsfällen zu erreichen. Und seit Anfang 2008 bieten wir erstmals durch eine Kooperation mit der NRW.BANK in mehr als 60 Städten Studienfinanzierungsberatung für Abiturienten und deren Eltern an“, stellte der Vorstand klar, dass bei allen Projekten die Unabhängigkeit und Neutralität der Verbraucherzentrale NRW gewahrt bleibe.
Materialien zu den Themen der Jahrespressekonferenz finden Sie hier.
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Jahresbilanz der Verbraucherzentrale NRW 2007