vz/nrw Die vielfältigen und komplexen Angebote auf dem Markt der alternativen Kraftstoffe und Antriebe transparenter zu machen – das ist das Ziel eines neuen Internetangebots der Verbraucherzentrale NRW: Gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Eckhard Uhlenberg schaltete Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller die Informationen in Dortmund frei. Schwindende Erdölvorräte, steigende Benzin- und Dieselpreise, die Sorge ums Klima, Umweltzonen mit Fahrverboten und eine angekündigte Kfz-Steuerreform mit Besteuerung nach Kohlendioxid (CO2)-Emissionen: All das lässt die Nachfrage nach Alternativen für den Autoantrieb steigen. Doch wer erwägt, künftig mit anderen Kraftstoffen und Antrieben als den herkömmlichen automobil zu sein, dem stellen sich gleich Fragen zuhauf: nach den Kosten für Neuwagen und Umrüstungen, nach den Preisen für den Sprit, nach verschiedenen Techniken, nach ökologischen Vor- und Nachteilen und auch nach den Garantien der Autohersteller sowie der Umbau-Fachwerkstätten. Auf all diese Fragen gibt das neue Angebot – entwickelt im Rahmen eines vom NRW-Umweltministerium geförderten Projekts – nun Antworten.
Mit Erdgas (CNG), Flüssiggas (auch als Autogas und LPG angeboten) sowie Agro-Diesel, Agro-Ethanol und Pflanzenöl konkurriert in Deutschland gleich ein Quintett darum, Benzin und Diesel den Rang abzufahren. Durch den Umstieg hoffen Autofahrer, sowohl Geldbeutel als auch Umwelt schonen zu können. Allerdings: Uneingeschränkt empfehlenswert ist bislang keine der fünf Alternativen. Insbesondere die Kraftstoffe aus den Erzeugnissen der Landwirtschaft verlieren zunehmend den Nimbus, vorbehaltlos einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können.
NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg setzt sich deshalb allein für Kraftstoffe vom Acker ein, die umweltverträglich erzeugt werden und nachweislich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ausdrücklich wendet sich der Minister gegen Sprit aus Pflanzen, für die zuvor Regenwald vernichtet wurde: "Politik und Kraftstoffwirtschaft müssen dafür sorgen, dass die für Agro-Kraftstoffe notwendigen, nachwachsenden Rohstoffe nachhaltig erzeugt werden. Nur so ist zu gewährleisten, dass der Sprit aus bäuerlicher Produktion von der Bevölkerung akzeptiert wird." Dabei müsse zudem ausgeschlossen werden, so Uhlenberg, dass es zu einer unheilvollen Konkurrenz um Ackerflächen für Kraftstoffe und Nahrungsmittel kommt: "Die Lebensmittelpreise könnten dadurch für viele Haushalte in unerschwingliche Höhen klettern."
Ins Blickfeld aller, die nach Auswegen aus der Explosion der Spritkosten und der CO2-Belastung ihrer Automobilität suchen, rücken zunehmend auch Elektroautos und Hybrid-Modelle (Elektro- und Verbrennungsmotor). Für Fahrzeuge, die ausschließlich Strom antreibt, spricht ihr beeindruckender Wirkungsgrad. Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW: "Elektroautos nutzen die eingesetzte Energie viermal besser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor." Dieser Effizienzvorteil sei vergleichbar mit dem Austausch von Glühbirnen durch Energiesparlampen. Allerdings macht Müller eine Einschränkung: "Positiv aufs Klima wirken sich Elektroautos nur aus, wenn der Strom aus regenerativen Quellen stammt wie beispielsweise Windkraft oder Solarzellen." In Elektroautos erkennt der Vorstand der Verbraucherzentrale zudem "eine große Chance für den Industriestandort NRW". Klaus Müller: "Durch Förderung von Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Elektroautos und entsprechender Lade-Speicher-Systeme (vehicle-to-grid-Systeme = Stromspeicherkapazität durch die Ankopplung geparkter Elektroautos ans Netz) kann die Politik einen starken Impuls geben, Nordrhein-Westfalen als Standort für eine innovative Zukunftstechnologie mit zukunftsfähigen neuen Arbeitsplätzen zu positionieren."
Im neuen Internetangebot informiert die Verbraucherzentrale NRW rund um herkömmliche sowie alternative Kraftstoffe und Antriebe. Die Besucher erfahren, wo die verschiedenen Alternativen ihre ökologischen und finanziellen Schokoladen- und Schattenseiten haben, was bei Umrüstungen auf den jeweiligen Kraftstoff alles zu beachten ist, was Agro-Diesel von Pflanzenöl und Erd- von Flüssiggas unterscheidet, welche Kontrollen bei Erd- und Flüssiggas einzuhalten sind, was sich hinter Plug-in-Hybriden verbirgt und natürlich die Preise für Umbau und Serien-Neuwagen.
Unabhängig von unterschiedlichen Kraftstoffen und Antrieben danken Umwelt und Geldbeutel allen, die ihr Auto umsichtig steuern. Die Tipps von Klaus Müller und Eckhard Uhlenberg: keine Kurzstrecken fahren, nach zügigem Beschleunigen frühzeitig hochschalten, ab 10 Sekunden Stillstand Motor ausschalten, regelmäßig warten lassen, Reifendruck um 0,2 Bar erhöhen, möglichst mit leerem Kofferraum fahren, Klimaanlage nur gezielt einschalten. So lassen sich bis zu 30 Prozent Sprit sparen.
Weitere Informationen und Tipps zum Thema "klimafreundlich automobil - Kraftstoffe, Antriebe, Mobilität" enthält auch die gleichnamige Informationsbroschüre, die kostenlos in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich ist.
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