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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

12.06.2008
Haushaltsnahe Dienstleistungen für Senioren: Bedarfslücke nutzerorientiert schließen

Einkaufen, Hausputz, Gartenarbeit - wenn die eigenen Kräfte im Alter immer mehr nachlassen, wächst der Bedarf an verlässlicher Hilfe im Alltag. Ein nutzerorientiertes Angebot an haushaltsnahen Dienstleistungen ist für das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und die Verbraucherzentrale NRW das geeignete Instrument, um älteren Menschen das selbständige Leben in den eigenen vier Wänden möglichst lange zu erhalten. Doch die meisten Senioren nehmen Profi-Hilfe bislang nur zögerlich in Anspruch. Zu groß sind Unkenntnis und Vorbehalte gegenüber den dargebotenen Leistungen. Das gemeinsame Projekt „Haushaltnahe Dienstleistungen“ trägt seit Ende 2006 dazu bei, dass sich der Markt an bedarfsgerechten Angeboten sukzessive verbessert und die professionellen Serviceleistungen von älteren Menschen auch vertrauensvoll angenommen werden. Eine Plattform im Internet – sowie das Engagement in den fünf Modellkommunen Aachen, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen und Mülheim sollen dafür sorgen, dass Angebotssuchende und Anbieter von haushaltsnahen Dienstleistungen besser zueinander finden.

Dort, wo Alltagsverrichtungen nicht mehr durch familiäres nachbarschaftliches Umfeld gedeckt werden können, sind professionelle Dienstleister gefragt. Das wünschen sich immer mehr Ältere. Ein entsprechendes Angebot wird auch zunehmend für Angehörige wichtig, die für ihre Eltern sorgen. Anbieter müssen deshalb in punkto Vertrauenswürdigkeit und Kundenorientierung künftig das bieten, was potenzielle Kunden sich wünschen. In dem auf zunächst drei Jahre angelegten Projekt sollen deshalb Erkenntnisse über Bedürfnisse ermittelt, mehr Transparenz für Kunden in diesem Markt geschaffen sowie Angebot und Nachfrage nach haushaltsnahen Dienstleistungen in den Kommunen gestärkt werden.

Den Auftakt bildeten zwei landesweite Focuskonferenzen im Dezember 2006: Aufgabe war, mit Kunden und Anbietern von haushaltsnahen Dienstleistungen fördernde wie hemmende Faktoren für die Nachfrage zu ermitteln. Die dem Neuen gegenüber eher zurückhaltende Kundenstruktur der Senioren, der private Charakter der Dienstleistungen für den Haushalt und das Empfinden, diese Angebote eher als Ausgleich von Defiziten statt als Komfortgewinn nutzen zu müssen, wurden als wesentliche Gründe für die zögerliche Akzeptanz gegenüber haushaltsnahen Dienstleistungen ausgemacht. „Vielen Nutzern ist die Anbieterlandschaft zu unübersichtlich. Zudem favorisieren sie Dienstleistungen aus einer Hand, mit transparenten Preisgestaltungen und klaren Absprachen. Dies zeigt, dass Transparenz und bedarfsgerechte Angebote wesentliche Parameter zur Verbesserung von Dienstleistungen für den privaten Haushalt sind“, fasst Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die Ergebnisse der Bedarfsermittlung zusammen.

Um Vertrauen und Zufriedenheit der älteren Kunden in haushaltsnahe Dienstleistungen zu steigern, wurde im nächsten Schritt – mit Hilfe aller relevanten Akteure – ein Anforderungsprofil auf Grundlage der artikulierten Verbraucherwünsche entwickelt. Die detaillierten Qualitätskriterien sind ab sofort für Interessenten hier abrufbar. Ziel der nächsten Phase ist es nun, in den nächsten Monaten Anbieter zu finden, die bedarfsgerechte Dienstleistungen für ältere Menschen offerieren – vorausgesetzt, sie verpflichten sich zur Einhaltung des Anforderungsprofils. Zur Qualitätssicherung sollen ein niedrigschwelliges Verfahren erarbeitet und 2009 eine Beschwerdestelle bei der Verbraucherzentrale NRW eingerichtet werden. Flankierend dazu werden derzeit in den fünf Modellkommunen Aachen, Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen und Mülheim – basierend auf den Erkenntnissen des Projekts – individuelle Handlungsansätze erprobt, um den Markt der haushaltsnahen Dienstleistungen ganz nah an der Praxis auszurichten.

Das vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt hat eine Laufzeit vom Sommer 2006 bis Mitte 2009 und wird mit rund 118.000 Euro gefördert.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link435091A.html