Wer 20.000 Euro und mehr überweisen will - etwa als Festgeld- Anlage oder fürs neue Auto -, stößt beim Online-Banking mitunter auf ungeahnte Hindernisse. Das zeigt ein Vergleich der Verbraucherzentrale NRW bei einem Dutzend Geldinstituten. Welche Möglichkeiten bieten Geldinstitute, wenn große Summen online innerhalb Deutschlands überwiesen werden sollen? Dieser Frage ging die Verbraucherzentrale NRW bei zwölf bundesweit tätigen Banken nach. Schließlich droht bei diesem Thema eine Zwickmühle: Freiheit des Kunden contra Sicherheit des Kontos.
Wer Furcht vor Phishing und Datenklau hat, fühlt sich meist sicherer, wenn die Höhe pro Überweisung oder die maximale Überweisungssumme pro Tag begrenzt ist. Erschleicht sich ein Unberechtigter Zugang zum Konto, kann er so nicht auf einen Schlag das ganze Geld abräumen. Dagegen steht die Unbequemlichkeit eines Limits. Im ungünstigsten Fall kann es nämlich vorkommen, dass eine große Rechnung häppchenweise über mehrere Tage verteilt beglichen werden muss.
Doch es geht auch anders - getreu dem Motto: Das eine tun, ohne das andere zu lassen. Gemeint sind Regeln, bei denen Nutzer selbst online über ihr Limit bestimmen können. So sieht beispielsweise die Dresdner Bank bei den Standardeinstellungen zwar kein Limit vor, die Kunden dürfen jedoch selbst eine Obergrenze pro Überweisung einrichten. Ähnlich halten es die Deutsche Bank, und die comdirect-Bank, bei denen die vorgegebenen Standard-Limitierungen jederzeit nach oben oder unten abgeändert werden können. Bei der Postbank wiederum können getrennte Maximalbeträge für einzelne Aufträge eingerichtet werden. Zudem können unterschiedliche Überweisungshöhen gespeichert werden, je nachdem, ob die Aufträge via Homebanking- Software oder Internet- Banking erteilt werden.
Anders die 1822direkt. Die bundesweit tätige Direktbank-Tochter der Frankfurter Sparkasse zieht eine Obergrenze von 25.000 Euro pro Überweisung, die vom Kunden nur nach unten abgesenkt werden kann. Allerdings können mehrere Überweisungen pro Tag erfolgen. Allen Instituten in der Stichprobe erklären, dass unabhängig von einem Tages- oder Auftragslimit das Erreichen des Dispo-Limits eine Stoppmarke setzt: Wird durch die Überweisung die Grenze des Dispokredits überschritten, verweigert das System die Ausführung. Aufwändig wird es, wenn Kunden für eine Änderung der Überweisungsgrenzen extra in der Bankfiliale erscheinen müssen. Dies ist etwa bei der Citibank der Fall, die mit einem voreingestellten Tageslimit von 11.000 Euro arbeitet. Mehr geht online auf keinen Fall. Auch die Kölner Bank (20.000 Euro pro Tag), die Stadtsparkasse Düsseldorf (2500 Euro pro Auftrag), die Sparda- Bank West (10.000 Euro pro Tag) sowie die Commerzbank (10.000 Euro pro Auftrag) ändern die eingestellten Grenzen nur im persönlichen Gespräch oder schriftlich mit Unterschrift des Kunden.
Für Finanzexperte Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale NRW ist das “nicht unbedingt kundenfreundlich”. “Ein Online-Konto wird ja vor allem auch deshalb geführt, weil es den Nutzer von der Filiale unabhängig machen soll. Also muss online eine fälschungssichere Limitänderung ermöglicht werden.” Nur zwei der zwölf Banken in der Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW entscheiden sich gegen jegliche Limitsetzung. Bei den Direktbanken ING-DiBa und DKB darf derzeit überwiesen werden, was das Girokonto hergibt. Allerdings plant die DKB, eine Limitierung “in naher Zukunft” zu ermöglichen.
Zwar kann auch ein Überweisungslimit den Verbraucher nicht hundertprozentig vor Missbrauch schützen. Geraten Passwörter und die Liste mit den Transaktionsnummern (TAN) in die Hände von Betrügern, könnten diese mit der ersten TAN das Limit aufheben und später mit einer weiteren Nummer das Konto abräumen. “Dies gehört zu den ständigen Risiken des Online- Bankings, auf die der Kunde sich einlässt. Wünscht er trotz dieser Risiken eine unkomplizierte Limitverwaltung, sollte ihm die Bank dies bieten können”, sagt Hartmut Strube.
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