Große Aufregung am letzten August-Wochenende im Möbelland. Im Zuge des Katalogwechsels verärgerte Ikea zahlreiche Kunden. Am Donnerstag, den 28. August erklärte Ikea den Monat kurzerhand für beendet. In den bundesweit 43 Filialen der kultigen Möbelfirma wurden die Preise, die laut Vorjahreskatalog „gültig bis August“ sein sollten, in der Nacht zum Freitag um durchschnittlich drei Prozent angehoben.
Als „eindeutig irreführend“ bewertet Beate Wagner die schwammige Zeitsetzung im alten Katalog. Viele Kunden nämlich rechneten fest damit, dass die Preise bis Ende August stabil bleiben würden. „Nicht überzeugend“ findet die Juristin der Verbraucherzentrale NRW die Begründung von Ikeas Sprecherin Annette Wolfstein: Die Preisgarantie „impliziert keine Gültigkeit bis zum letzten Tag des Monats“, maßgebend sei der „Verteilstart des neuen Katalogs“, diesmal eben am 28. August. Auf diese Weise wurden auch Kunden abgefertigt, die ihre Möbelbestellung zu Monatsende per Internet aufgaben.
Damit nicht genug. Zwar schaffte es das laut Werbung „unmögliche Möbelhaus“, die neuen Preise in die Scannerkassen einzugeben, nicht aber stets die alten Preisschilder in der Ausstellung auszuwechseln. Viele Käufer reagierten deshalb verärgert, als sie an der Kasse mit Rechnungs-Aufschlägen von teilweise bis zu 20 Prozent konfrontiert wurden.
Beispiel: Wer sich am Chaos- Wochenende für zwei Freischwinger- Sessel „Poäng“ mit Bezug „Korndal“ entschieden hatte, sollte statt alter 260 satte neue 298 Euro berappen - und damit knapp 15 Prozent mehr. Noch drastischer, in Euro gerechnet, gingen die vorzeitigen Preiserhöhungen bei kompletten Schlafzimmern und Küchen ins Geld.
Mit „Abzocke“ habe das nichts zu tun, rechtfertigt sich Annette Wolfstein von Ikea Deutschland. Da es aus logistischen Gründen nicht möglich gewesen sei, alle Preisschilder gleichzeitig auszutauschen, hätte sich Ikea „in dieser kurzen Zeitphase bewusst kulant“ gezeigt: die Differenz sei im Fall einer Preiserhöhung „problemlos“ zurückerstattet worden. Haken nur: In den Genuss dieser „Kulanz” konnte nur kommen, wer Ikeas Preis-Wirrwarr überhaupt bemerkte.
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