Mit ausgedienten Energiesparlampen wollen viele große Handelsketten am liebsten nichts mehr zu tun haben. Nur wenige nehmen alte Lampen ohne Einschränkungen zurück. Einige Unternehmen, die eine Annahme zwar verweigern, geben zumindest an, dass sie die Kunden über deren Pflicht zur Rückgabe informieren: Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW bei 37 namhaften Handelsketten, von denen 21 – umgerechnet 57 Prozent – überhaupt eine Antwort gaben.
"Die zurückhaltende Reaktion auf unsere Anfrage und das mangelnde Engagement zeigen, der politische Appell an die Händler, alte Energiesparlampen freiwillig zurückzunehmen, ist gescheitert ", erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Als Konsequenz fordert sie vom Gesetzgeber, "neben den Verbrauchern zumindest auch Handelsstätten mit Verkaufsflächen über 1000 Quadratmeter in punkto Rücknahme und Rückgabe von Energiesparlampen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen".
Von den 21 Handelsketten, die geantwortet haben – darunter Bau- und Elektrofachmärkte, Lebensmittelhandel und Discounter, Verbraucher- und Drogeriemärkte sowie Kaufhäuser –, nehmen lediglich sechs Energiesparlampen immer zurück. Davon agiert allein Hornbach rundum vorbildlich: Der Baumarkt gibt an, sich um die umweltfreundlichen, aber in ihrer Beschaffenheit schadstoffhaltigen Altlampen zu kümmern und obendrein die Kundschaft über die Rückgabepflicht zu informieren. Auch die EDEKA Handelsgesellschaft Rhein Ruhr/Neukauf sowie die Baumarkt-Kette OBI kennen bei der Rücknahme keine Einschränkungen, geben den Kunden aber keine Hinweise.
Die beiden Baumärkte Praktiker und toom sowie Karstadt sammeln ausgediente Lampen wieder ein - allerdings nur beim gleichzeitigen Kauf neuer Lampen. Bei Saturn und Media-Markt kann der Kunde Glück oder Pech haben: Es kommt auf die Filiale an. In etwa der Hälfte der auskunftsbereiten Handelsketten (10 von 21) - darunter, Plus, dm, Rossmann, Rewe, real, Woolworth und Kaufhof – haben die Kunden keine Chance, alte Energiesparlampen loszuwerden.
Seit März 2006 sind Verbraucher verpflichtet, Elektro-Altgeräte – dazu gehören auch ausgediente Energiesparlampen – bei eigens eingerichteten Sammelstellen abzugeben. Durch die separate Erfassung sollen die im Gebrauch langlebigen und sparsamen Lampen, die jedoch als Manko schädliches Quecksilber enthalten, separat und sachgerecht entsorgt und recycelt werden. Doch nur zehn Prozent der von den Haushalten entsorgten Lampen landen tatsächlich im vorgesehenen Sammelcontainer. 80 Millionen Stück wandern unkontrolliert in die Mülltonne.
Die Hemmnisse für eine konsequentere Rückgabe liegen auf der Hand: Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Kommunen lediglich jeweils eine Sammelstelle unterhalten. Eine Rücknahme von Altlampen im Handel erfolgt bislang nur freiwillig und dadurch zu spärlich. Verbraucher werden generell über die Pflicht zur Rückgabe und über die Existenz von Sammelstellen nur unzureichend informiert.
"Die zusätzliche Einrichtung von Sammelstellen im Handel, die Energiesparlampen sachgerecht annehmen und entsorgen, sowie flankierende Informationen zum Hintergrund der Rückgabepflicht und zur Bedeutung der Kennzeichnungssymbole auf den Verpackungen könnten entscheidend zur Verbesserung der Rücknahme beitragen", mahnt die Verbraucherzentrale NRW stärkeres Engagement der Firmen an. "Gerade die Großen sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen. Nur wenn Verbraucher kurze Wege haben und umfassend informiert werden, können sie ihrer Rückgabeverpflichtung tatsächlich nachkommen."
Deshalb appelliert die Verbraucherzentrale NRW insbesondere an solche Händler, deren Verkaufsfläche mehr als tausend Quadratmeter umfasst, nicht auf eine gesetzliche Regelung zur geordneten Rücknahme zu warten, sondern geeignete Sammelstellen so rasch wie möglich einzurichten: "Zu einer verbraucherfreundlichen Umsetzung im Handel gehören verständliche Hinweistafeln und Personal, das die ausgediente Ware sorgsam annimmt und an die eigentliche Entsorgungsstelle weiterleitet. Wünschenswert wäre auch, wenn Händler und Hersteller die Aufklärung der Verbraucher bereits in ihrer Werbung stärker berücksichtigten."
Detaillierte Informationen zur Händlerbefragung können Sie herunterladen.
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