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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

23.10.2008
Lockvogel-Forum im Internet

Mehr als 1.200-mal haben enttäuschte Schnäppchenjäger im Internet-Beschwerdeforum "Stopp den Lockvogel" der Verbraucherzentrale NRW inzwischen Dampf abgelassen: Denn statt des erhofften Sonderangebots konnten sie zumeist schon am ersten Abverkaufstag nur ein "Leider schon ausverkauft!" des Personals davontragen. Die Verbraucherzentrale NRW hat inzwischen sechs Unternehmen wegen unlauterer Werbung abgemahnt.

Mehr als 110.000 Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Internet-Forum "Stopp den Lockvogel" der Verbraucherzentrale NRW seit Mai 2007 besucht – und rund 1.200 Einträge über ärgerliche Lockvögel sind dokumentiert.
Zentrales Ergebnis der Ärgernis-Statistik: Von den insgesamt 200 Un-ternehmen, die eine "Anzeige" in Sachen Lockvogel-Angebot kassierten, hat sich eine Elfer-Gruppe als Spitzenreiter etabliert, denn 60 % der Einträge konzentrierten sich auf diese Unternehmen. Plus (149 Einträge), LIDL (118 Einträge) und real,- (98 Einträge) machen dabei mit 365 Nennungen fast ein Drittel unter sich aus.
Mit 221 Hinweisen waren Werbe-Schnäppchen von Lebensmitteln am häufigsten schon am ersten Verkaufstag nicht mehr zu haben. Gefolgt von Lockvögeln aus den Produktgruppen Telekommunikation/PC und Freizeitartikel, die mit 218 bzw. 143 Nennungen gehäuft ihren frühzeitigen Absturz erlebten.
"Beworbene Ware ist bereits ausverkauft" – diese Antwort hat mehr als die Hälfte der 800 Beschwerdeführer bekommen, die auch die Begründungen des Verkaufspersonals für das fehlende Angebot im Lockvogel-Forum eingetragen haben. Ein weiteres Fünftel wurde mit dem Argument konfrontiert, dass eine zu geringe Stückzahl geliefert worden sei. Interessant: Drei Viertel der leer ausgegangenen Lockvögel-Kunden hatte direkt am ersten Abverkaufstag die jeweilige Filiale aufgesucht.

Die Kundenberichte im Forum über eigene Bemühungen oder Versuche des Verkaufspersonals, in benachbarten Filialen Restposten der beworbenen Ware zu ordern, liefern nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW deutliche Hinweise, dass bestimmte Produkte gezielt verknappt werden: "Wenn Artikel am Tag der Bewerbung konzernweit nicht mehr vorrätig sind, kann dies nicht mehr als Zufall gewertet werden, sondern legt die Vermutung nahe, dass es sich hier um Lockvogelwerbung handelt", wähnt NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht. Inzwischen hat die Verbraucherzentrale NRW sechs Unternehmen wegen Irreführung über den Warenvorrat abgemahnt: Lidl, Plus, real,-; KiK, Aldi Nord und Norma haben blaue Briefe bekommen, weil in Zeitungsanzeigen oder Prospekten beworbene Schnäppchen zum Beispiel schon wenige Minuten nach Geschäftsöffnung nicht mehr vorrätig waren.
"Um der beliebten Ausrede zu begegnen, es handele es sich um Einzelfälle, haben wir die Werbung für zwei bis drei verschiedene Produkte je Anbieter abgemahnt", so der Vorstand. Während KIK Textilien inzwischen eine eingeschränkte Unterlassungserklärung abgegeben hat, lehnten die übrigen Abgemahnten die Abgabe ab.
Gegen Lidl wurde inzwischen Klage vor dem Landgericht Heilbronn eingereicht.

Das Beschwerdeforum "Stopp den Lockvogel!" startete – mit finanzieller Förderung durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – Ende Mai 2007 und bietet hier enttäuschten Schnäppchenjägern die Möglichkeit, fehlgeschlagene Kaufversuche mitzuteilen. In einer Datenbank werden – von der Werbung über das tatsächliche Angebot bis zu Reaktionen des Verkaufspersonals – alle wichtigen Informationen erfasst.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link508921A.html