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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

20.01.2009
Gaskonflikt

"Verbraucher müssen auf eine zuverlässige und lückenlose Gasversorgung vertrauen können", fordert die Verbraucherzentrale NRW in Richtung Politik, vor allem kundenorientierte Konsequenzen aus dem aktuellen russisch-ukrainischen Gaslieferstreit zu ziehen. "Niemand sollte künftig vor der Situation zittern, dass sein Wohnzimmer kalt bleibt", bezieht Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Stellung zu drohenden Engpässen, falls sich der internationale Konflikt wiederholen sollte. Bereits in der vergangen Woche war die Kapazität in den deutschen Gasspeichern auf 59 Prozent gesunken. Auch wenn sich jetzt eine Lösung des Konfliktes abzeichne, "müssen auf alle Fälle vorbeugende Lehren aus der aktuellen und den vergangenen Versorgungskrisen seit 2005 gezogen werden, zumal die Europäische Kommission bis 2030 europaweit mit einer Steigerung des Gasverbrauchs um 16 Prozent rechnet", erklärt Müller.

In einem Schreiben an NRW-Energieministerin Christa Thoben und an die energiepolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen verlangt der NRW-Verbraucherzentralenvorstand, drei wesentliche Aufgaben zu berücksichtigen:
  • Mindestreserve für Gas: Analog zur Ölreserve benötigten die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union einen ausreichenden Gasvorrat. Es sei für alle Mitgliedsstaaten dringend erforderlich, unabhängiger von künftigen Konflikten und einer von Russland angekündigten "Gas-OPEC" zu werden. Ein Ausbau der Speicherkapazitäten trüge dazu bei, klimatisch bedingte Verbrauchsschwankungen auszugleichen und die Versorgungssicherheit in Deutschland und in Europa zu stärken. "Hierzu muss den Gasversorgern eine verbindliche Auskunftspflicht über den Stand der Vorräte und ein reibungsloses europaweites Management zur Versorgung ins Aufgabenbuch geschrieben werden", so Müller.
  • Weniger Abhängigkeit auf dem Gasmarkt: Um im Krisenfall wirksamer auf Störfälle reagieren zu können, müsste die Energieeffizienz flächendeckend verbessert werden – etwa durch eine stärkere Förderung von Gebäudesanierungen sowie den Ausbau der energieeffizienten Kraft-Wärme-Koppelung und von erneuerbaren Energien.
  • Ausbau der Verbraucherrechte: "Private Endkunden brauchen eine verbindliche Liefergarantie beim Gas sowie klar geregelte Schadensersatzansprüche, sollte es dennoch zu Versorgungsengpässen kommen", fordert der Verbraucherzentralenchef abschließend.



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link533931A.html