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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

13.03.2009
Weltverbrauchertag 2009: Auch Finanzbildung braucht Konjunkturspritze

Ein großer Teil des Konjunkturprogramms soll nach Willen der Bundesregierung zur Sanierung der Infrastruktur von Schulen und Hochschulen gesteckt werden. "Das ist gut, aber modernisierte Gebäude allein reichen nicht, um Schülerinnen und Schüler qualifiziert aufs Leben vorzubereiten. Vor allem die unzureichende Verbraucherbildung an Schulen rächt sich beizeiten, wenn etwa immer mehr junge Konsumenten in Kosten- und Schuldenfallen tappen, aus denen sie sich aus eigener Kraft kaum befreien können", erklärt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März. Müller spricht sich dafür aus, auch auf dem Bildungssektor eine Lehre aus der Finanzmarktkrise zu ziehen und "Finanz- und Verbraucherkompetenz als Basis-Lernziele fest in den Lehr- und Ausbildungsplänen zu verankern".

Angesichts der massiven wirtschaftlichen Probleme, die auch vielen jungen privaten Haushalten in den nächsten Jahren Jobverlust, Verteuerung von Leistungen und Zurechtkommen mit weniger Ressourcen abverlange, weist Müller auf die immer wichtiger werdende Heranführung an wirtschaftliche Kompetenz in Schulen hin: "Um die allgemeine Wirtschaftskrise auf allen Ebenen in den nächsten Jahren in den Griff zu bekommen, muss auch der Nachwuchs im Bereich des privaten Wirtschaftens und Haushaltens gut ausgebildet werden", betont der NRW-Verbraucherzentralenvorstand.

In punkto Finanzkompetenz etwa sei – laut Müller – bei jungen Konsumenten ein wachsender Analphabetismus zu verzeichnen: "Es ist zwar nicht Aufgabe der Schule, individuelles Fehlverhalten beim Konsum zu korrigieren. Dennoch gehört Verbraucherbildung zur sinnvollen Prävention als Basiselement in die Lehrerausbildung sowie in die Lehrpläne aller Schulformen."

Bislang werde diese Aufgabe von den Schulen nur unzureichend wahrgenommen. "Schülerinnen und Schüler können nicht früh genug damit anfangen, Verbraucherrechte kennen zu lernen, Einblick in die Spielregeln des Marktes zu gewinnen und sich mit sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Aspekten von Kauf- und Konsumgewohnheiten auseinanderzusetzen", so Müller.

Erste Ansätze die Ausbildung von Finanzkompetenz im Unterricht zu thematisieren, praktiziert die Verbraucherzentrale NRW mit ihrem Angebot "Durchblick". Landesweit vermitteln Verbraucherberater derzeit Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der 8. Klasse das notwendige Einmaleins in punkto Geld. Vom persönlichen Kassensturz bis hin zum Einblick, mit welchen Regeln die Geldwirtschaft funktioniert, lernen Jugendliche, ihre finanzielle Absicherung langfristig zu planen, um sich später für sinnvolle und solide Finanzprodukte entscheiden zu können.

Einen Einblick, wie Kindern und Jugendlichen das notwendige Rüstzeug für ein fittes Verbraucherdasein auch außerhalb des Klassenraums vermittelt wird, zeigen ein paar Klicks im Online-Jugendportal der Verbraucherzentrale NRW. Unter checked4you.de erfahren Zwölf- bis Achtzehnjährige unter anderem, wie man mit dem eigenen Taschengeld besser haushalten kann, welche Kostenfallen beim Handy lauern, wann Jugendliche erste Verträge abschließen dürfen und wie der Umgang mit Geld und die Rolle als Konsument von Anfang an eingeübt werden kann.

Seit 1983 wird der Weltverbrauchertag jedes Jahr am 15. März gefeiert, um öffentlich auf aktuelle Verbraucherthemen und Verbesserung des Verbraucherschutzes aufmerksam zu machen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link548511A.html