Direkt zum Inhalt
  • Seite drucken
  • Seite empfehlen
  • Warenkorb
  • Fragen zum Auftritt?
  • Tipps zur Schriftgrößenänderung

Weitere Beiträge

Kontakt:
Pressestelle der
Verbraucherzentrale NRW
Mintropstraße 27
40215 Düsseldorf


Audiocodec-Service

So finden Sie uns

Hinweis für Verbraucher: Unter der angegebenen Rufnummer erhalten Sie keine Auskunft oder Beratung

Weitere Beiträge

Adressen zur Veröffentlichung:

Infos für Verbraucher:
Internet: www.vz-nrw.de

Ratgeberbestellungen:
Internet: www.ratgeber-vz.de
E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de
Tel: (0211) 38 09 555
montags - freitags: 9.00 bis 16.00 Uhr
Fax: (0211) 38 09 - 235
Verbrauchertelefon NRW:
Tel: 0900-1-89 79 69
(1,86 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend)

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

26.03.2009
Analphabetismus auf dem Finanzmarkt schwächt Privatkunden und Volkswirtschaft

Einen Ausbau unabhängiger Finanzberatung für Ratsuchende und mehr Finanzbildung für die nachwachsende Generation fordert die Verbraucherzentrale NRW anlässlich einer Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag. "Die Bundesregierung darf nicht nur notleidenden Banken zur Seite stehen, sondern sie muss auch private Anleger unterstützen, die dem Erdrutsch der Finanzmärkte vielfach hilflos ausgeliefert sind", begrüßt Vorstand Klaus Müller den politischen Diskurs im Verbraucherausschuss. Dort ging es heute um die Frage, ob und mit welchen Maßnahmen private Finanzkunden grundsätzlich vor Fehlentscheidungen bei Geldanlagen und immensen Kapitalverlusten geschützt werden können. Müller fordert hierzu zugleich Taten: "Wir brauchen wirkungsvolle präventive Maßnahmen, die Verbraucher bei ihren Geldgeschäften nachhaltig absichern und sie befähigen, kundige und souveräne Marktteilnehmer zu sein. Die Politik sollte aus der Finanzkrise lernen und mehr Mittel für eine anbieterneutrale Finanzberatung sowie qualifizierte Finanzbildung bereitstellen". Nur durch kompetente und faire Unterweisung könnten Privatkunden den strukturellen Missständen auf dem Finanzmarkt besser begegnen.

Die Verbraucherzentrale NRW stellt nicht erst seit Beginn der Krise einen immer stärkeren Analphabetismus in Finanzdingen fest: "Viele Verbraucher sind in eigenen Geldangelegenheiten und Vorsorgebemühungen ziemlich unbedarft. Ratsuchende, die zu uns kommen, wissen oftmals nicht, welche Anlagen sie überhaupt im Depot haben, geschweige denn, wie deren Risiken zu bewerten sind. Viele Finanzkunden schätzen ihre finanziellen Ressourcen zum Vermögensaufbau etwa fürs Eigenheim oder für die Altersvorsorge falsch ein und riskieren hohe Verluste". Für Geschädigte und Ratsuchende sei die Verbraucherzentrale NRW bei Fragen und Problemen rund um Finanzdienstleistungen zwar eine glaubwürdige Anlaufstelle. Die Verbraucherschutzorganisation verfüge aber nicht über die nötigen Ressourcen, um dem Ansturm adäquat begegnen zu können.

Hier sei Abhilfe gefragt: Denn mangelhafte Beratung und Fehlentscheidungen bei privaten Geldanlagen könnten nicht nur das persönliche Vermögen dezimieren, sondern belasteten auch die öffentlichen Haushalte – etwa wenn das finanzielle Polster fürs Alter aus Unkenntnis verspielt würde. Deshalb spricht sich der Verbraucherzentralenvorstand dafür aus, mehr Kraft und Mittel in eine unabhängige Finanzberatung zu investieren: "Wenn zumindest zehn Prozent der Privathaushalte in Nordrhein-Westfalen – umgerechnet 830.000 Einheiten – alle zehn Jahre ihre Finanzen in punkto Budgetplanung, Geldanlage, Altersvorsorge, Risikoabsicherung und Liquiditätsbeschaffung checken lassen könnten, wäre dies nicht nur ein großer Schritt, sondern ein Quantensprung in die richtige Richtung". Die unabhängige Finanzberatung müsse es auch nicht zum Nulltarif geben. "Eine Beteiligung der Verbraucher bis zu einer gewissen Höhe ist durchaus angemessen sinnvoll", so Müller.

Doch mit neutraler Finanzberatung und verbessertem Anlegerschutz sei es allein nicht getan. "Auch die unzureichende Finanzbildung rächt sich beizeiten, wenn Konsumenten in Kosten- und Schuldenfallen tappen, aus denen sie sich aus eigener Kraft kaum befreien können", erklärt Müller. Er plädiert dafür, "auch im Bildungsbereich eine Lehre aus der Finanzmarktkrise zu ziehen und Finanz- und Verbraucherkompetenz fest in den Lehr- und Ausbildungsplänen zu verankern". Auf diesem Sektor sei die Verbraucherzentrale NRW seit Jahren ein wichtiger Zulieferer unabhängiger Informations- und Bildungsangebote.



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link551751A.html