Den Preis drücken, zusätzliche Leistungen aushandeln und um Extras feilschen – im Geschäft gehört dies für viele zum Alltag. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt: Die Jagd nach Rabatten klappt auch im Internet.
Finanzkrise und Kaufunlust – ein Dilemma, dem Händler oftmals mit Preis-Nachlässen bei Verkaufsgesprächen begegnen. Ob das, was im örtlichen Geschäft Alltag ist, auch im Internet praktiziert wird, sollte eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW offenbaren.
Dazu bekamen 60 Verkäufer von Fahrrädern und Küchengeräten eine E-Mail. Die Anbieter, vom großen Web-Kaufhaus bis zum kleinen Internet-Krauter, wurden darin um einen Zehn-Prozent-Rabatt gebeten - zum Beispiel für Mountainbikes, Cityräder, Mikrowellen oder Kaffeevollautomaten.
Das Ergebnis: Wer großen Aufwand oder seitenweise E-Mail-Verkehr befürchtet, bis der Handel unter Dach und Fach ist, kann beruhigt werden. In den meisten Fällen reichte eine Anfrage. Nur zehn der 60 angeschriebenen Händler reagierten nicht. Dagegen ließ sich mit jedem dritten Händler trefflich feilschen. Einer senkte den Preis sogar tiefer als vorgeschlagen, andere überraschten mit Zugaben.
Egal, ob das ausgesuchte Produkt 89 oder 2000 Euro kostete: Im Schnitt spendierten die verhandlungsbereiten Internetshops sieben Prozent Rabatt. Kleine Versender waren dabei großzügiger als die großen. Von denen landeten in der Regel standardisierte Absagen im Postfach.
Die meisten Rabatte gab es bei den Fahrrädern. Zwischen fünf und den gewünschten zehn Prozent Rabatt betrug das Entgegenkommen. Je nach Preis des Rades bedeutete das Preisnachlässe zwischen zehn und 190 Euro.
Drei Internetversender ließen das Skonto wieder aufleben und versprachen drei Prozent Rabatt. Bedingung: Der Käufer müsse per risikoreicher Vorkasse oder Nachnahme bezahlen. Auch bei Modellen aus den Vorjahren standen die Chancen auf Preisnachlässe gut, selbst wenn die Räder bereits als reduziert beworben wurden.
Nicht ganz so gut sah es bei den Küchengeräten aus. Aber immerhin noch elf der 30 Händler boten Rabatte oder Zugaben an. Drei Mal gab es die gewünschten zehn Prozent Rabatt auf den Kaufpreis eines Dampfgarers, einer Küchenmaschine und eines Entsafters. Am meisten herauszuholen war bei den hochpreisigen Küchenhelfern. Auf einen Sektkühler für stolze 149 Euro gewährte der Händler 22 Euro Nachlass. Ein Rabatt von immerhin 15 Prozent.
Manche der Antworten legten wiederum ein Nachhaken nahe. "Zehn Prozent kann ich Ihnen nicht gewähren", schrieb ein Händler. Anstatt entmutigt aufzugeben hieß hier die Devise: eine erneute E-Mail mit kleinerem Rabattvorschlag. Immerhin noch vier statt der gewünschten zehn Prozent sind dabei herausgesprungen.
Wer keine Rabatte geben wollte, versuchte den potentiellen Käufer mit Geschenken bei Laune zu halten: etwa mit einer Packung Schokolade, die der angefragten 90-Euro-Bratpfanne beiliegen sollte. Für eine Mikrowelle verlängerte ein Verkäufer die Garantiezeit um zwei Jahre. In fünf Fällen wiederum entfielen die Versandkosten. Bei einem Fahrrad machte das immerhin 68 Euro aus – und damit umgerechnet einen Rabatt von über zehn Prozent.
Dass Online-Feilschen aber auch nach hinten losgehen kann, zeigt das Beispiel eines Shopinhabers aus der Küchengeräte-Branche. Einen Rabatt lehnte er kategorisch ab, bot statt dessen für den "problemlosen und geschützten Transport" der handlichen Espresso-Maschine ein Etui an: für 18 Euro extra.
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