Zum Bäcker drei Blocks weiter mit dem Auto – das macht doch keiner? Von wegen: Acht Milliarden Mal pro Jahr drücken die Deutschen für eine Kurzstrecke unter einem Kilometer aufs Gaspedal. Doch gerade auf den ersten Kilometern schlucken die Wagen bei kaltem Motor unverhältnismäßig viel Sprit. Die Folge: immens teure Sonntagsbrötchen und ein happiger Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO
2). Die Verbraucherzentrale hat einmal nachgerechnet, wie viel Geld und CO
2 sich auf Kurzstrecken sparen lässt.
- Kurz und schnell: Ohne Stau, Parkplatzsuche und Umwege haben Fußgänger im Umkreis von 500 Metern die Nase vorn. Bis fünf Kilometer Distanz lohnt es sich, aufs Rad zu steigen. Erst dann sind Autofahrer im Schnitt schneller unterwegs.
- Kurz und kalt: Ein kalter Motor benötigt auf den ersten Kilometern bis zu 35 Liter Sprit pro 100 Kilometer – das ist sogar noch mehr, als tonnenschwere Geländewagen normalerweise fressen. Erst ab dem vierten Kilometer pendelt sich der Verbrauch allmählich wieder auf Durchschnittsniveau ein.
- Kurz und klimafreundlich: Mit dem erhöhten Benzinverbrauch steigt auch der Ausstoß an CO2. Bis zu ein Kilogramm pro Kilometer produzieren Autofahrer auf der Kurzstrecke. Fußgänger oder Fahrradfahrer sind dagegen 100 Prozent klimafreundlich unterwegs und verursachen kein Gramm CO2.
- Kurz und teuer: Zum extrem hohen Spritverbrauch bei kaltem Motor gesellen sich die anteiligen Kosten für Anschaffung und Unterhalt des Autos. Die Fahrt zum Bäcker in zwei Kilometer Entfernung addiert sich so auf mehr als zwei Euro.
- Kurz und knusprig: In Nordrhein-Westfalen kosten Brötchen im Schnitt 27 Cent. Wer also seinen Mittelklasse-Wagen einmal stehen lässt, kann sich für das gesparte Geld sieben Brötchen kaufen. Kilometergeld, das nicht nur das Klima schont, sondern schmeckt.