Hier finden Sie Hinweise, was beim Kauf der Ausstattung für den Schlafbereich zu beachten ist.
Bett
Matratze
Milbendichte Bezüge
Bettdecken und Kissen
Bettwäsche
Nachtlichter
Label und Gütesiegel (pdf zum Download, 110 KB)
Das Bett
Besonders haltbar sind Betten aus Massivholz. Sie lassen sich überdies meist leichter auf- und abbauen als Möbel aus Spanplatten und enthalten kaum Formaldehyd (Hinweis: auch unbehandeltes Vollholz enthält von Natur aus geringe Mengen Formaldehyd). Sauber geschliffenes Holz mit abgerundeten Kanten und Ecken verringert das Risiko, sich zu verletzen. Schrauben dürfen nicht vorstehen, da an überstehenden Teilen und in Ritzen zum Beispiel Schnullerbänder hängen bleiben können. Zur Vermeidung von Schadstoffen sollte das Holz entweder unbehandelt, gewachst oder geölt sein. Zurzeit sind nur vereinzelt Kindermöbel mit Prüf- und/oder Umweltzeichen (pdf zum Download, 110 KB) wie GS (Geprüfte Sicherheit), Blauem Engel, dem Goldenen M oder dem Europäischen Umweltzeichen gekennzeichnet. Die Wiege
Für die meisten Säuglinge ist die Wiege das erste eigene Bett. Durch die hohen Seitenwände sind sie vor Zugluft geschützt. Wiegen sind Kurzzeitmöbel, denn schon nach wenigen Monaten sind Säuglinge ihnen entwachsen. Der Kauf einer gut erhaltenen Wiege kann sich lohnen, da diese durch den in der Regel kurzen Gebrauch nur wenig abgenutzt wird. In einigen Spezialgeschäften für Kindermöbel kann man sie auch leihen. Das spart nicht nur Geld, sondern verringert auch die Gefahr einer möglichen Schadstoffbelastung. Ob gekauft, geschenkt, geerbt oder geliehen – eine neue Matratze für die Wiege ist auf jeden Fall zu empfehlen. Außerdem sollten Sie auch bei neuen Wiegen alle abnehmbaren Stoffteile vor der Benutzung waschen und den Korpus mit einem milden Reinigungsmittel säubern.
➜ Tipps: Säuglingsbetten sollten frei von Kissen, Nestchen, Kuscheltieren und Ähnlichem sein, um die Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod zu vermeiden. Legen Sie Ihren Säugling so ins Bett, dass sein Kopf nicht durch Bettzeug bedeckt werden kann. Ein Schlafsacks beispielsweise verhindert ein "unter die Bettdecke rutschen".
Das Kinderbett/Juniorbett
Weit verbreitet ist das Gitterbett. Die meisten Gitterbetten haben eine Liegefläche von 140 x 70 Zentimeter, sind höhenverstellbar und lassen sich zu "Juniorbetten" umbauen. Hier sollte man sich auf jeden Fall erkundigen, ob für diesen Umbau noch weitere Teile gekauft werden müssen. Um Unfallgefahren zu vermeiden, sollten die Abstände zwischen den Gitterstäben nicht größer als 7-7,5 Zentimeter und nicht kleiner als 4,5 Zentimeter sein. Die Liegefläche kann in der Höhe variiert werden. Der Abstand zwischen Bettboden und Oberkante der Gitter darf in der obersten Position 30 cm nicht unterschreiten, damit das Kind (Ausnahme nur beim Säugling) nicht herausfallen kann. Der Abstand zwischen Bettboden und Oberkante der Gitter muss in der untersten Position mindestens 60 Zentimeter betragen, damit das Kind nicht herausklettern kann. Hat das Bett Rollen, müssen mindestens zwei davon festgestellt werden können.
Das Hochbett
Hochbetten sind vor allem bei älteren Kindern beliebt. Sie laden zum Klettern, Verstecken, Rutschen und Turnen ein. Außerdem bieten sie den Vorteil, dass sie eine doppelte Raumnutzung zulassen. Ein Hochbett empfiehlt sich erst für Kinder ab sechs (!) Jahren. Für kleinere Kinder ist die Höhe ein Problem.
Lattenroste
Weil Kinder das Bett gern als Trampolin benutzen, sollte der Lattenrost sehr stabil sein. Wählen Sie einfache Roste aus massiven Latten, denn sie garantieren im Gegensatz zu durchgehenden Platten die nötige Belüftung der Matratze von unten und helfen so, Schimmel zu vermeiden.
Die Matratze
Die Matratze sollte die richtige Mischung an Festigkeit und Elastizität aufweisen, damit der Körper gleichmäßig aufliegt und
sich keine Mulden bilden. Kinder schwitzen häufiger und manchmal geht trotz Windeln was daneben. Daher sind Matratzen aus Latex, Rosshaar oder Kokos – am besten mit waschbarem Bezug – von Vorteil. Sie lassen die Feuchtigkeit schneller verdunsten als Schaumstoffmatratzen. In Matratzen kann eine Vielzahl von Schadstoffen stecken, die zum Teil ausgasen und dann vom Kind im Schlaf eingeatmet werden. Andere gelangen durch Abrieb, also durch die Bewegung des Kindes, in die Raumluft und den Hausstaub, wo sie wiederum eingeatmet werden.➜ Tipps: Achten Sie beim Kauf einer Matratze auf Gütezeichen wie den Blauen Engel. Weitere Label und Gütesiegel(pdf zum Download, 110 KB)). Lassen Sie eine Matratze immer erst gut auslüften. Ein großer Teil der Schadstoffe dünstet in den ersten beiden Wochen aus.
Milbendichte Bezüge
Hausstaubmilben lieben das feuchte, warme Klima und können sich in jeder Matratze vermehren. Deshalb empfiehlt sich für Milbenallergiker unbedingt ein milbendichter Matratzenbezug. Sinnvoll kann er auch für Kinder sein, die im Hauttest sensibel reagieren, aber noch nicht krank sind, sowie für Kinder, deren Eltern Allergiker sind. Um Allergenpartikel abhalten zu können, müssen die milbendichten Bezüge entweder sehr dicht gewebt oder mit Kunststoff beschichtet sein. Sie dürfen keine großen Poren haben und müssen an den Nähten sowie am Reißverschluss gut verarbeitet sein. Kissen, Oberbetten und Bettwäsche von Allergikern sollten bei 60 Grad waschbar sein.
➜ Tipps: Bettwäsche für Allergiker wöchentlich, den milbendichten Bezug drei- bis viermal pro Jahr waschen. Die Krankenkassen übernehmen zum Teil die Kosten für milbendichte Bezüge. Der Antrag auf Kostenübernahme muss oft vor der Anschaffung erfolgen.
Bettdecken und Kissen
Gute Bettdecken sind kuschelig und leicht. Sie sind mit Federn, Natur- oder synthetischen Fasern gefüllt. Daunen und Federn sind seit langem ein gängiges und komfortables Füllmaterial. Hausstaub-Allergiker sollten jedoch milbendichte Bezüge verwenden oder auf synthetische und waschbare Füllungen ausweichen. Naturfasern zeichnen sich durch einen sehr guten Feuchtetransport aus. Gute synthetische Füllungen aus Polyester- Hohlfasern wärmen oft besser und sind gut waschbar.
➜ Tipp: Achten Sie beim Kauf von Bettdecken und Kissen auch auf Textillabel wie zum Beispiel Ökotex Standard 100 bzw. 100Plus. Weitere Label und Gütesiegel (pdf zum Download, 110 KB) Stillkissen
Stillkissen sollten fest, flexibel und gleichzeitig bequem sein. Dazu werden spezielle Füllungen wie beispielsweise Getreidespelz oder auch Styroporkügelchen verwendet. Vermeiden Sie aber mit Styropor gefüllte Kissen, wenn sie stechend riechen. Kissen mit Getreidespelzfüllungen müssen intensiv gepflegt werden, das heißt, regelmäßig gelüftet und vor allem getrocknet werden. Sonst können sich Schimmelpilze bilden.
Bettwäsche
Damit Sie sichergehen können, dass Bettwäsche keine Schadstoffe - wie halogenorganische Verbindungen,Weißmacher oder Formaldehyd - enthält, achten Sie beim Kauf auf Gütesiegel wie Green-Cotton, Europäisches Umweltzeichen, Öko-Tex Standard 100 oder Öko-Tex Standard 100plus.
➜ Tipps: Waschen Sie vor der ersten Benutzung die Bezüge. So lassen sich manche Schadstoffe und auch unangenehmer Geruch auswaschen. Vermeiden Sie Bettwäschen mit Pflegeleicht- oder Knitterarm-Ausrüstung. Hier wird oft die problematische Substanz Formaldehyd eingesetzt.
Nachtlichter
Viele Kinder haben Angst im Dunkeln. Spezielle Nachtlichter tauchen den Raum in ein angenehmes Halbdunkel. Die Lämpchen sind kabellos, man steckt sie direkt in die Steckdose. Die meisten Geräte erzeugen nur geringe, Geräte ohne Ein- und Ausschalter keine elektrischen Wechselfelder.
➜ Tipps: Installieren Sie schalterlose Modelle aber nur bei Bedarf, sonst wird unnötig Energie verbraucht. Halten Sie mindestens einen Abstand von einem Meter zum Kinderbett ein. Vorsicht bei Kindern im Krabbelalter: Keine zusätzlichen Leuchten in Reichweite von Kinderhänden! Das gilt insbesondere für Figuren-Leuchten: Obwohl mit Lampen von geringer Leistung bestückt, arbeiten sie mit einer Netzspannung von 230 Volt! Achten Sie außerdem bei kleineren Kindern auf unzerbrechliches Leuchtenmaterial (kein Glas).

