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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

12.06.2009
Gute Noten von den Betroffenen

Schnelle Hilfe bei existenziellen Notlagen, kompetente Begleitung im Entschuldungsverfahren und Anstöße zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation – Ratsuchende erteilen den zwölf Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen der Verbraucherzentrale NRW bei einer landesweiten Befragung Bestnoten. Mehr als 8.600 Verbraucherinsolvenz- und 11.500 Schuldnerberatungsneufälle sowie 160.000 Kurzberatungen zählt die Statistik der Verbraucherzentrale NRW, seitdem der Gesetzgeber vor zehn Jahren mit dem Verbraucherinsolvenzverfahren den Weg für einen finanziellen Neuanfang geebnet hat. Seit 1999 haben sich die jährlichen Neuaufnahmen in der Verbraucherinsolvenzberatung mehr als vervierfacht.

Die Insolvenzordnung bietet seit nunmehr zehn Jahren überschuldeten Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit, sich innerhalb von rund sechs Jahren von ihren Schulden zu befreien – allerdings mit einem Leben an der Pfändungsfreigrenze und einer Vielzahl von Pflichten, etwa jede zumutbare Arbeit annehmen zu müssen.

"Das Verbraucherinsolvenzverfahren ermöglicht einen fairen Interessenausgleich für alle Beteiligten", zieht NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller Bilanz der zehnjährigen Erfahrungen, "Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Schuldner in dem komplexen und aufwendigen Verfahren begleitet werden und fundierte Hilfestellungen sowie rechtlichen und wirtschaftlichen Rat bekommen." Dass die zwölf anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen der Verbraucherzentrale NRW dies vorbildlich tun, hat jetzt eine Befragung von 999 Kunden zutage gebracht.

Zentrales Ergebnis von 530 auswertbaren Fragebögen und 63 Leitfadeninterviews: Trotz kontinuierlich steigender Nachfrage und in der Regel langen Wartezeiten bekommt das Angebot von 88 Prozent der Befragten gute Noten: Kontaktaufnahme, Problemanalyse und Hilfestellungen beim ersten umfassenden Termin in der Schuldnerberatung werden als kundenorientiert bewertet. Wenn es um akute Existenzsicherung geht – also Stromsperren oder Zwangsräumung drohen oder Pfändungsmaßnahmen eingeleitet werden – gibt es von den Kunden sogar ein "Sehr gut".

"Hier bleibt keiner im Regen stehen – diese Erkenntnis hat sich bei den Ratsuchenden verfestigt", fasst Klaus Müller zusammen. Dazu passt, dass sich Schuldner in der Beratung gut aufgehoben fühlen und die vertrauensvolle und unvoreingenommene Zusammenarbeit durchgängig loben: "Kunden beurteilen unsere Beratungskräfte als sympathisch, freundlich und sehr kompetent."

Fast alle Befragten (95 %) zeigten sich darüber hinaus mit den angebotenen Problemlösungen sehr zufrieden: "Durchweg wird bestätigt, dass sich durch unsere Empfehlungen nicht nur die psychosoziale und gesundheitliche Lebenssituation verbessert, sondern Betroffene im Entschuldungsprozess auch lernen, ihre finanziellen Probleme künftig selbstständig zu lösen. Was wiederum erneuter Ver- und Überschuldung nach erteilter Restschuldbefreiung vorbeugt", erläutert der NRW-Verbraucherzentralenvorstand die Langzeitwirkung.

Nicht zuletzt: Knapp 40 Prozent der Befragten mit problematischer beruflicher Ausgangslage bestätigten, dass sich ihre berufliche Situation durch die Beratung verbessert habe. Immerhin 28 Prozent der 188 befragten Bezieher von Arbeitslosengeld II glauben durch die Beratung und Begleitung nun bessere Chancen auf einen neuen Job zu haben. Rund die Hälfte der Befragten kann sich nun besser auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle konzentrieren und zeigt sich zuversichtlich, dass der berufliche Neustart gelingt.

"Außerdem ist erfreulich, dass von Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen der Verbraucherzentrale NRW begleitete Verfahren nur zu einem geringen Prozentsatz abgebrochen werden", berichtet Klaus Müller, "dies zeigt, dass die Beratung motiviert, bei der Stange zu bleiben und die schwierigen Jahre der Wohlverhaltensperiode durchzustehen."

Übrigens: 99 Prozent der Befragten würden die Beratungsstelle erneut aufsuchen – weil es dort nicht nur kompetente Unterstützung bei Schuldenproblemen, sondern Hilfen aus einer Hand rund um die vielfältigen Anforderungen im Verbraucheralltag gibt.

"Doch nicht nur Betroffene profitieren vom Verbraucherinsolvenzverfahren, sondern auch die öffentliche Hand", resümiert der NRW-Verbraucherzentralenvorstand, "überschuldete Haushalte können hierdurch nämlich wieder am wirtschaftlichen Leben teilnehmen. Außerdem wird Justitia durch erfolgreiche außergerichtliche Einigungsversuche und durch die strukturierte Vorbereitung des Verfahrens durch die Beratungsstellen entlastet."

Allerdings: All die positiven Effekte lassen sich nur erzielen, wenn Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen auch finanziell dem wachsenden Bedarf entsprechend ausgestattet sind. "Seit zehn Jahren ist die jährliche Landesförderung für die Verbraucherinsolvenzberatung unverändert. Hier ist das Land gefordert nachzulegen: Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosenzahlen und ein Anstieg der Kurzarbeit machen sich heute in vielen Privathaushalten schon bemerkbar: Qualifizierte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung wird daher künftig noch stärker als bislang nachgefragt werden", prognostiziert Klaus Müller.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link573131A.html