"Tasche auf, Spot an": Tchibo hat ein ewig drängendes Problem der Damenwelt gelöst. Der Kaffeeröster offeriert in seinen Shops, für 14,99 Euro, eine Umhängetasche "mit LED-Innenraum-Beleuchtung". Der Clou: Das Blaulicht wird mit Hilfe eines Magneten ein-, und nach 45 Sekunden Kramzeit wieder ausgeschaltet.
Doch die Tchibo-Innovation kann noch mehr, wie Kundinnen mittlerweile wissen. Der Fall: Der starke Magnet des Lichtschalters in der Nylon-Tasche sorgte dafür, dass der Magnetstreifen einer EC-Karte, aufbewahrt im Portemonnaie, unlesbar wurde. Die Folge: Laufereien, Telefonate und wochenlang eingeschränkter Zugang zum Konto.
Solcher Ärger droht ebenfalls, wenn Geld- und Kunden-Karten in einer Handtasche mit Magnetverschluss stecken. Komme der Magnetstreifen einer Plastikkarte mit der Schließe in Kontakt, könne er beschädigt werden, warnt Iwona Gromek. Der Rat der Juristin von der Verbraucherzentrale NRW: "Die Bankkarte stets auf Abstand halten."
Gefahrenquellen gibt´s viele, weiß Gromek. Wer seine Plastikkarte etwa auf eine Verkaufstheke lege, bei der die Warensicherung per Magnet entfernt wird, wer einem Computerbildschirm oder einer magnetischen Box für Büroklammern zu nahe komme, müsse ebenfalls mit Verdruss am Geldautomaten rechnen. Selbst ein stärkerer Magnet am Schlüsselanhänger könne den Daten auf der Karte final zusetzen.
Nicht alle Verkäufer von Magnet-Artikeln klären - wie Tchibo - die Kundschaft auf. Der Onlineshop des Kaffeerösters warnt deutlich vor der Nebenwirkung seiner Blaulicht-Tasche. Länger suchen müssen die Käufer in stationären Shops. Sie finden die Magnet-Warnungmit Hilfe der Innenraum-Beleuchtung in den Tiefen ihrer Tasche: in einer verschweißten "Bedienungsanleitung".
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