
- Foto: Jack Tse
Haben Sie den Spruch auch schon einmal von Ihrem Anlageberater gehört? "Die Kosten sind nicht so wichtig. Letztlich kommt es vor allem auf die Rendite an." Dieser Aussage zu widersprechen, fällt zunächst einmal schwer. Schließlich hätte jeder gerne ein gutes Produkt - und nicht einfach nur ein billiges.
Nur: Wenn es um Geldanlage geht, dann hängt der Anlage-Erfolg in der Regel eng mit den Kosten eines Produkts zusammen. Schließlich muss ein teurer Investmentfonds aus dem von ihm erwirtschafteten Gewinn erst einmal die Kosten decken, die für die Verwaltung des Fonds anfallen.
Ein teurer und ein billiger Fonds im Vergleich
Angenommen ein Aktienfonds verursacht Ihnen als Anleger jedes Jahr Kosten in Höhe von 2 Prozent des angelegten Geldes. Wie viel Gewinn muss er dann erwirtschaften, damit Sie eine Rendite von 5 Prozent nach Kosten erhalten?
Genau: 7 Prozent. Das klingt schon recht ambitioniert, oder?
Ein anderer Fonds dagegen, vielleicht ein günstiger ETF, verursacht nur 0,5 Prozent Kosten pro Jahr. Wenn Sie mit diesem Fonds 5 Prozent Rendite nach Kosten erzielen wollen, dann muss der Fonds nur 5,5 Prozent Gewinn machen - also 1,5 Prozentpunkte weniger als das teurere Konkurrenzprodukt. Er hat folglich einen enormen Startvorteil.
Wissenschaftler konnten zeigen: Das führt dazu, dass günstigere Fonds sich über längere Zeiträume tatsächlich besser entwickeln als teurere. Es lohnt sich also, auf die Kosten zu achten - egal, was Ihr Berater Ihnen erzählt. Das gilt nicht nur für die laufenden Verwaltungsgebühren, sondern auch für einmalige Ausgabeaufschläge.
Berechnen Sie die Auswirkungen der Kosten selbst
Damit Sie selbst sehen können, wie die Kosten sich langfristig auf Ihr Vermögen auswirken, haben wir einen Rechner für Sie bereitgestellt. Mit ihm können Sie nachvollziehen, wie stark Gebühren Ihre Gewinne über die Jahrzehnte vermindern. Denn: Je länger der Zeitraum, desto stärker wirken sich die Gebühren auf das Ergebnis aus. Dafür ist der Zinseszins-Effekt verantwortlich: Jedes Jahr entwickelt sich Ihr Vermögen durch die Belastung mit Gebühren ein wenig schlechter als ohne. Damit erhalten Sie jedes Jahr auch weniger Zinsen - und nach 20 oder 30 Jahren haben Sie plötzlich einige tausend Euro weniger als Sie haben könnten.
Damit der Rechner funktioniert, brauchen Sie MS Excel und das Add-In "Analyse-Funktionen", die
kostenlose Software OpenOffice.org oder ein anderes Programm, mit dem Sie XLS-Dateien öffnen können.



