Hairspray, laut Werbung "eines der erfolgreichsten Broadway-Musicals aller Zeiten", das ist die Geschichte von Tracy Turnblad, "einem quirligen, üppigen Teenager aus den 60ern, der wie ein Knallbonbon übers Parkett fegt, und nur eins will: Tanzen".
Seit Dezember gastiert die deutsche Version im Kölner Musical Dome. Das Stück steht fast täglich auf dem Spielplan, am Wochenende sogar zweimal. Von metergroßen Plakaten, in Anzeigen die bundesweit zum Besuch des Musicals animieren, grüßen in schrägem Fummel allein die beiden Hauptdarsteller: Schauspieler Uwe Ochsenknecht, der die Mutter Edna verkörpert, und Maite Kelly, Mitglied der bekannten Sanges-Familie, die in den 90er Jahren diverse Hits produzierte. Während eines Werbeauftritts saßen die beiden Stars sogar bei Thomas Gottschalk auf der "Wetten-dass?"-Couch.
Bei all dem personenbezogenen Rummel war "die Enttäuschung groß", als bei Cindy Kluges (Name geändert) Besuch "weder Kelly noch Ochsenknecht auf der Bühne standen". Tatsächlich schlüpfte Comedian Tetje Mierendorf im Dezember - wie vom Veranstalter vorgesehen - bei jeder vierten Aufführung in die schrille Frauenrolle der Edna Turnblad. Im gleichen Turnus wechselte Maite Kelly mit ihrer Vertretung, fehlte darüber hinaus nach Angaben des Veranstalters "krankheitsbedingt bei wenigen weiteren Vorstellungen".
Für Zuschauer war es mithin ein Lotteriespiel, ob sie für den Eintrittspreis von bis zu 110 Euro die werbewirksame Starbesetzung zu sehen bekamen oder den Ersatz. Sie erhielten keine Informationen, wer wann spielt: weder bei der Buchung noch an der Musicalkasse.
Wie andere Theater- und Musicalveranstalter behält sich auch die Produktionsfirma von Hairspray per Kleingedrucktem das Recht vor, die Rollen jederzeit neu besetzen zu dürfen, etwa bei Erkrankung. Es bestehe deshalb "kein Anspruch auf Umtausch oder Erstattung von Tickets aufgrund von Besetzungsänderungen".
Nicht gerade kundenfreundlich ist das für Beate Wagner. Die Juristin der Verbraucherzentrale NRW fordert schon bei der Buchung verlässliche Informationen zu den absehbaren Spielterminen der Star-Besetzung bis zum Ende der Spielzeit im April.
Tröstlich immerhin: Im Internet hat der Veranstalter seit Mitte Januar angefangen, die Forderung umzusetzen. Per Mausklick auf das Bild der Darsteller, lassen sich die jeweiligen Auftrittsdaten abfragen. Ärgerlich jedoch: Der Service gilt allein für den laufenden Monat. Wer am 23. Januar klickt, kann lediglich für die folgende Woche die Planung einsehen. Danach beginnt die Besetzungs-Lotterie.
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