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Schutz des Wassers: Alte Medikamente für Ausguss und Toilette tabu

Einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz und seiner Gesundheit leistet jeder, der alte Medikamente richtig entsorgt. Um dabei für Mensch und Ökologie das Optimum zu gewährleisten, fordert die Verbraucherzentrale NRW, über Jahrzehnte Bewährtes wieder einzuführen: die Rücknahme abgelaufener und unverbrauchter Arzneimittel durch Apotheken.

Gute Absicht, schlechte Wirkung


ToiletteAusgerechnet das, was gesund machen soll, belastet das Trinkwasser in Deutschland: Medikamente. Eine Umfrage des Instituts für sozialökologische Forschung zeigt: Jeder Zweite entsorgt flüssige Arzneimittel zumindest gelegentlich über die Toilette – oft in der Absicht, das leere Medikamentenfläschchen zum Altglascontainer zu bringen. Gut gemeint, aber schlecht für die Umwelt. Rückstände von Arzneien lassen sich bereits in Bächen, Flüssen und Seen nachweisen. Dort gefährden sie die Tiere und können über das Trinkwasser auch wieder beim Menschen landen.

Ob Hustensaft oder Antibiotikum in Tabletten: Am sichersten ist es, Altmedikamente in Apotheken oder den Sammelstellen für Schadstoffe abzugeben. Doch Apotheken sind nicht verpflichtet, Arzneien zurückzunehmen. Sie machen das nur noch freiwillig. Wer keine Sammelstelle und auch keine Apotheke in seiner Nähe hat, die Altmedikamente annimmt, kann die Arzneien in den Restmüll werfen. In der Müllverbrennungsanlage werden die Tabletten, Dragees und Tropfen verbrannt. Sinnvoll ist dabei, die Packungen nicht obenauf liegen zu lassen, sondern mit dem sonstigen Abfall zu vermischen. Andernfalls droht, dass neugierige Kinder die bunten Pillen und die Flüssigkeiten in den interessanten kleinen Fläschchen probieren.

Durch die hohen Temperaturen bei der Müllerbrennung werden die Wirkstoffe in den Heilpräparaten soweit zerstört, dass sie die Umwelt nicht mehr gefährden können. Während in NRW der Restmüll in der Regel verbrannt wird, wird er in anderen Bundesländern gelegentlich auch noch vor der Verbrennung behandelt. Hierbei können die Wirkstoffe möglicherweise ins Erdreich versickern und über den Wasserkreislauf zu den Menschen zurückgelangen.

Zurück zu Bewährtem


ApothekeDie Verbraucherzentrale NRW fordert deshalb, das bis 2009 allseits bewährte System der kostenlosen Rückgabe von alten Medikamenten in den Apotheken wieder bundesweit einzuführen. Dadurch war gewährleistet, dass die Arzneien von Entsorgungsfirmen abgeholt und zu einer Müllverbrennungsanlage gebracht wurden. Momentan nehmen Apotheken nur noch vereinzelt Medikamente freiwillig zurück. Dieses umweltfreundliche Verfahren hat einen weiteren Vorteil: Anders als bei der Entsorgung über die Restmülltonne wird dem Eindruck entgegenwirkt, medizinische Präparate im Abfall seien ebenso harmlos wie beispielsweise Tierstreu oder gebrauchte Windeln.

Die Gefährdung von Mensch und Tier durch Arzneien in Gewässern kann sich verschärfen und zu zusätzlichen Kosten für Verbraucher führen. Da die Bevölkerung zunehmend altert und dadurch der Verbrauch an Arzneimitteln weiter ansteigen wird, werden sich immer mehr Spuren medizinischer Substanzen in Bächen, Seen und Flüssen finden - sofern die ökologisch optimale Verbrennung unterbleibt.

Weitere Informationen:

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V., Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.vz-nrw.de/link700451A.html