Endlich ist Schluss: Der Notverwalter der finanziell angeschlagenen Kfz-Versicherer Ineas und LadyCarOnline hat nun die Policen aller Kunden zum 31.8.2010 gekündigt. Damit ist die Sorge von rund 50.000 Kunden in Deutschland, dass Schäden nicht reguliert werden, vom Tisch. Die Verbraucherzentrale NRW rät den Ineas- und LadyCarOnline-Kunden, sich umgehend neu zu versichern – am besten per Versicherungsvergleich. Dies ist ein Erfolg, wenn man bedenkt, dass die beiden Assekuranzen die von der Vebraucherzentrale NRW den Kunden empfohlene Sonderkündigung in den letzten Wochen teilweise noch abgelehnt hatten.
Bei der Abwicklung der Verträge häufen sich nun jedoch die Beschwerden. Bei der Verbraucherzentrale NRW haben sich Kunden gemeldet, die E-Mails von der Sparkassen DirektVersicherung erhalten haben. Darin stellt sich die Gesellschaft als Helfer in der Not dar und unterbreitet den Ineas- und LadyCarOnline-Kunden unverlangt ein neues Versicherungsangebot.
Für Dr. Annabel Oelmann ist das "eindeutig belästigende Werbung, wenn sie ohne Einwilligung des Adressaten erfolgte". Die Finanzexpertin der Verbraucherzentrale NRW ist erstaunt darüber, "woher die Sparkassen DirektVersicherung die E-Mail Adressen der ehemaligen Kunden des niederlän¬dischen Versicherers" hat. Zudem ist Werbung per E-Mail nur mit Einwilligung des Verbrauchers zulässig. Die Verbraucher berichten, dass sie zumindest wissentlich keine Einwilligung erteilt haben.
Verbraucher sollten bei der Sparkassen DirektVersicherung nachfragen, zu welchem Zweck die Daten verwendet werden sollen und den Versicherer auffordern, diese umgehend zu löschen.
Wer mit der Nutzung seiner persönlichen Daten für Werbezwecke nicht einverstanden ist und weitere Kontaktaufnahmen unterbinden will, kann hiergegen Widerspruch einlegen. Der Widerspruch könnte beispielsweise wie folgt lauten: "Ich widerspreche der Verarbeitung oder Nutzung meiner Daten für Werbezwecke und für die Markt- oder Meinungsforschung". Dieser Widerspruch kann jederzeit eingelegt werden. Ein kostenloser Musterbrief findet sich unter www.vz-nrw.de/spkdirekt.
Hintergrund: Niederländische Aufsichtsbehörden haben die Internetversicherer Ineas und LadyCarOnline wegen nicht ausreichender finanzieller Leistungsfähigkeit ausgebremst: Ein Notverwalter regelt nun europaweit die Geschäfte. Eine drohende Versicherungspleite gab es bislang in Deutschland noch nicht. Die Verbraucherzentrale NRW riet den rund 50.000 betroffenen Versicherungsnehmern in Deutschland zu schnellem Handeln. Angesichts des Finanz-Crashs der Assekuranz droht Versicherten, dass Schäden nicht mehr reguliert werden.
Die International Insurance Corporation (IIC) bot unter den Namen Ineas und LadyCarOnline auch in Deutschland günstige Haftpflicht- und Kaskoversicherungen an. Auf Antrag der niederländischen Regulierungsbehörde für Finanzdienstleistungen hat das Landgericht Amsterdam jetzt entschieden, dass der Versicherer über keine ausreichende Liquidität verfügt und deshalb Notverwalter eingesetzt. Die Notregelung gilt automatisch in allen europäischen Ländern, in denen Verträge geschlossen wurden – und somit auch für deutsche Versicherungsnehmer.
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
RTF
PDF