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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

30.08.2010
Freiwillige Rücknahme von Energiesparlampen: Noch kein Leuchten im Handel

In Energiesparlampen steckt ein wenig Quecksilber; deshalb kommt`s auf die richtige Entsorgung an. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich bei einem Marktcheck angeschaut, was der Handel dazu freiwillig beiträgt. Die Erkenntnis: Es sieht düster aus.

EnergiesparlampeEin Jahr nach den 100-Watt-Glühbirnen geht am 1. September auch für 75-Watt-Lampen das Licht aus. Stattdessen sollen sich Energiesparlampen verbreiten, denn deren niedrigerer Stromverbrauch spart Geld und reduziert den Ausstoß schädlicher Klimagase. Doch anders als Glühlampen enthalten Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren kleine Mengen Quecksilber, die bei falscher Entsorgung die Umwelt gefährden. Der Hausmüll ist daher tabu.

Eine Mischung aus verblüffender Unkenntnis...


Zwar lassen sich defekte Lampen bei Wertstoffhöfen und Schadstoffmobilen abgeben. Aber die sind oft weit entfernt oder rollen nur einmal im Monat durch den Ort. Umso mehr zählt, dass diejenigen, die Energiesparlampen verkaufen, sie auch unkompliziert wieder zurücknehmen. Deshalb hat die Verbraucherzentrale NRW knapp 200 Geschäfte in 19 Städten Nordrhein-Westfalens besucht. Das Ergebnis: Es kostet die Verbraucher bislang jede Menge Energie, ausgediente Energiesparlampen loszuwerden: Nur in zehn Prozent aller Läden stehen überhaupt Rückgabeboxen – fast alle davon in Baumärkten.

...und erschreckender Sorglosigkeit


In Drogerien, Supermärkten oder bei Discountern mussten die Tester der Verbraucherzentrale nachfragen. Dabei stießen sie auf eine Mischung aus verblüffender Unkenntnis und erschreckender Sorglosigkeit. "Keine Ahnung", "Muss ich erst den Filialleiter fragen", "Bitte in die Batteriebox" oder "Wir nehmen Energiesparlampen zurück, werfen sie aber in den Restmüll". Etwa die Hälfte der Geschäfte verweigerte die Rücknahme komplett; 40 Prozent nahmen die Altlampen persönlich an Kasse oder Infoschalter entgegen – mit ungewissem Ausgang, ob diese jemals bei einer Entsorgungsstelle landen. Hinweise, wie und wo Energiesparlampen fachgerecht recycelt werden, fehlten bei fast 95 Prozent der Firmen.

Forderung der Verbraucherzentrale


Sammelbox EnergiesparlampenDie Verbraucherzentrale NRW fordert die Händler dazu auf, ihre Kunden besser zu informieren und freiwillig Sammelboxen gut sichtbar im Laden aufzustellen. Zumal die Geschäfte für die Behälter keinen Cent zahlen müssen. Die Kosten tragen die Lampenhersteller. Durch die geringe Fallhöhe in den Spezialboxen sollte beim Einwurf nichts zu Bruch gehen, und das Quecksilber bleibt sicher in der Lampe, bis es fachgerecht recycelt wird. Verweigert sich das Gros der Händler weiterhin, ist der Gesetzgeber gefordert, die Geschäfte - wie bei Altbatterien - zur Rücknahme von Energiesparlampen zu verpflichten.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mintropstraße 27, 40215 Düsseldorf
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-nrw.de/link779811A.html