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Die Finanzumfrage

Viele Anleger kaufen unter Sicherheitsaspekten Wertpapiere der BRD, auch wenn diese in der aktuellen Niedrigzinsphase eine geringe Rendite bieten. Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie welche? Werden Sie welche kaufen? Wenn ja, wo bewahren Sie diese auf?

1. Besitzen Sie Bundeswertpapiere der Bundesrepublik Deutschland wie beispielsweise Finanzierungsschätze oder Bundesschatzbriefe oder planen Sie, welche zu kaufen?





2. Bundeswertpapiere kann man von der Finanzagentur gebührenfrei verwahren lassen oder alternativ ins Bankdepot buchen lassen. Was ist für Sie interessanter?




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Weisheit und Wahrheit: Börsenweisheiten unter der Lupe

Wie gefährlich sind fallende Messer?

Weisheit und WahrheitDie Weisheit: "Greifen Sie nie in ein fallendes Messer."

Die Wahrheit: Guter Rat, wenn man ihn wörtlich nimmt. Umsetzung an der Börse extrem schwierig.

Eine oft zitierte Börsenweisheit lautet "Never catch a falling knife", was frei übersetzt so viel bedeutet wie "Greife nie in ein fallendes Messer." Was im realen Leben blutige Folgen mit sich bringen könnte, ist an der Börse eher metaphorisch zu verstehen und bedeutet: "Kaufe bloß keine Aktien, die sich im freien Fall befinden!"

Auch das klingt nachvollziehbar. Wer würde schon freiwillig ein Papier erwerben, das morgen weniger wert ist als heute? Einziges Problem dabei: Woher soll man eigentlich wissen, was eine Aktie oder der Aktienmarkt insgesamt morgen macht?

Der Kurs einer Aktie kann immer noch tiefer fallen


Sicher, der Ratschlag dürfte in der Regel gut gemeint sein. Schließlich vergessen Anleger oft, dass eine Aktie nicht schon deshalb billig ist, weil sie in der Vergangenheit zu einem wesentlich höheren Kurs notiert hat. Beispiel Infineon Technologies - von September 2007 bis März 2008 verbilligte sich die im deutschen Aktienindex DAX gelistete Aktie von 12 auf 4 Euro.

Wer die Aktie nun für ein Schnäppchen hielt und kaufte, dürfte sein blaues Wunder erlebt haben: Nach der Verschärfung der Finanzkrise im Herbst 2008 fiel das Papier immer weiter und rutschte sogar unter die 1-Euro-Marke. Der Tiefpunkt lag bei 42 Cent, also bei rund einem Zehntel des "Schnäppchenpreises" und exakt 82,33 Euro unter dem Höchstkurs des Papiers im Jahr 2000.

Merke: Auch wenn eine Aktie schon tief gefallen ist, sie kann immer noch weiter fallen - es sei denn, sie steht bereits bei 0 Euro, was natürlich in der Praxis nicht vorkommt.

Bisher stiegen die Kurse nach jedem Crash wieder - irgendwann


Aber sind Aktien (oder Aktienmärkte) deshalb gleich fallende Messer, wenn sie eine schlechte Phase hinter sich haben? Muss es immer noch weiter bergab gehen? Natürlich nicht - das zeigt auch der Kursverlauf der Infineon-Aktie. Als der Tiefpunkt einmal erreicht war, stieg das Papier ebenso steil wieder an, wie es zuvor gefallen war. Ende August 2010 steht die Aktie bei 4,60 Euro.

Merke: Bisher ging es nach jedem Börsencrash wieder bergauf - irgendwann. Nicht umsonst ist auch eine andere Börsenweisheit zu einiger Berühmtheit gelangt: dass man kaufen soll, wenn die Kanonen donnern - was aussagen soll, dass man gerade in Krisenzeiten an der Börse investieren soll.

Und wenn zwei Börsenweisheiten sich so widersprechen, dann steckt vermutlich in beiden ein Fünkchen Wahrheit. Zu dieser Erkenntnis ist im Übrigen auch die Wirtschaftswissenschaft gekommen. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass an den Finanzmärkten zwei gegenläufige Tendenzen vorherrschen. Kurz- und mittelfristig gibt es eine positive Korrelation (Zusammenhang) zwischen der Kursentwicklung der Vergangenheit und der Kursentwicklung der Zukunft.

Schwierig zu deutende Erkenntnisse der Wissenschaft


Das heißt: Wenn sich eine Aktie in einer Woche schlechter entwickelt als der Aktienmarkt insgesamt, dann gibt es eine überdurchschnittlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auch in der nächsten Woche schlechter entwickeln wird. Dieser Befund bestätigt die Weisheit vom fallenden Messer.

Andererseits: Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass es langfristig eine Tendenz zur Trendumkehr gibt. Wertpapiere, die sich über Jahre hinweg besonders schlecht entwickeln, neigen dazu, sich in den folgenden Jahren besser zu entwickeln als der Gesamtmarkt. Und Aktien, die sich besonders gut entwickelt haben, neigen dazu, sich besonders schlecht zu entwickeln.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es - wie sollte es anders sein - auch Wissenschaftler gibt, die alle gerade genannten Erkenntnisse anzweifeln.

Kurz: Die Lage ist kompliziert. Und praktische Handlungsanweisungen lassen sich daraus kaum ableiten. Allenfalls bleibt die Erkenntnis, dass es langfristig besser ist, Aktien zu kaufen, wenn sie billig sind. Nur sehen wir anhand der angeführten Beispielen, dass genau das die große Kunst ist, nämlich den Zeitpunkt zu erkennen wann eine Aktie billig ist und wann nicht.

Deshalb ist ein ganz schlichter Ratschlag nach wie vor besonders sinnvoll: Versuchen Sie gar nicht erst, den besten Moment für den Einstieg zu erwischen. Das klappt fast nie. Der amerikanische Indexfonds-Pionier John Bogle hat das Problem mit dem Market Timing schön auf den Punkt gebracht: "Nach fast 50 Jahren in diesem Geschäft kenne ich niemanden, der es erfolgreich und dauerhaft geschafft hat. Ich kenne nicht einmal jemanden, der jemanden kennt, der es erfolgreich und dauerhaft geschafft hat."

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